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Angst bei Kindern

Autor: "Joseph"
2004-09-27 10:11:20

Mein Sohn ist 6 Jahre und hat sich durch ein plötzliches
sehr lautes Geräusch stark erschreckt. Er schrie laut und
brach dann zusammen. Die Ohren haben keinen Schaden genommen,
doch seid dem leidet er unter Angst vor vielen Geräuschen.
Toilettenspülungen oder Klettverschlüsse lösen wieder ein
lautes Schreien und große Angst bei Ihm aus.
Wer hatte schon mal so ein Problem ?
Wie lange dauert so etwas ?
Muß ich mit Ihm zu Psychologen?

Danke für jede Mail
Stefan

Angst bei Kindern

Autor: Tata
2004-09-27 10:51:19

Angst bei Kindern

Autor: "Monica Ladberg"
2004-09-27 10:51:19

Joseph tippte:
> Mein Sohn ist 6 Jahre und hat sich durch ein plötzliches
> sehr lautes Geräusch stark erschreckt. Er schrie laut und
> brach dann zusammen. Die Ohren haben keinen Schaden genommen,
> doch seid dem leidet er unter Angst vor vielen Geräuschen.
> Toilettenspülungen oder Klettverschlüsse lösen wieder ein
> lautes Schreien und große Angst bei Ihm aus.
> Wer hatte schon mal so ein Problem ?
> Wie lange dauert so etwas ?
> Muß ich mit Ihm zu Psychologen?

Ich würde sagen, Du solltest mit ihm zum Therapeuten, das
klingt nach einem handfesten Trauma.

Er kommt ja sicher auch bald in die Schule und wenn ihn die
laute Schulglocke, das Geschrei der Kinder, Sirenenalarm,
Knall beim 100 Meter Lauf auch so erschrecken, wird er
ziemlich gehänselt werden, da wette ich drauf.

Also ich würde nicht lange warten.

Monica

Angst bei Kindern

Autor: Gerd Brauns
2004-09-27 13:09:11

"Joseph" schrieb:

> Mein Sohn ist 6 Jahre und hat sich durch ein plötzliches
> sehr lautes Geräusch stark erschreckt. Er schrie laut und
> brach dann zusammen. Die Ohren haben keinen Schaden genommen,
> doch seid dem leidet er unter Angst vor vielen Geräuschen.
> Toilettenspülungen oder Klettverschlüsse lösen wieder ein
> lautes Schreien und große Angst bei Ihm aus.
> Wer hatte schon mal so ein Problem ?
> Wie lange dauert so etwas ?
> Muß ich mit Ihm zu Psychologen?

Damit solltest Du sofort zum Arzt gehen.

Gruß, Gerd
--
Eine Gesellschaft kann nicht besser sein, als die Fähigkeit der
Menschen in ihr, einander wahrzunehmen und ernstzunehmen."
(Carl Friedrich von Weizsäcker)

Angst bei Kindern

Autor: "Monica Ladberg"
2004-09-27 13:41:10

Joseph tippte:
> Mein Sohn ist 6 Jahre und hat sich durch ein plötzliches
> sehr lautes Geräusch stark erschreckt. Er schrie laut und
> brach dann zusammen. Die Ohren haben keinen Schaden genommen,
> doch seid dem leidet er unter Angst vor vielen Geräuschen.
> Toilettenspülungen oder Klettverschlüsse lösen wieder ein
> lautes Schreien und große Angst bei Ihm aus.

Ich möchte die Dringlichkeit dieses Problems noch einmal
unterstreichen - was Du beschreibst ist keine gewöhnliche
"Angst" mehr, sondern durch ein Trauma ausgelöste reine
Panik und Angstzustände. Und wer eine Neurose hat (und
das hier kann man sicher schon längst so nennen, wenn
sogar ein Klettverschluss eine Panikreaktion auslöst), bildet
zumeist weitere aus, bis er irgendwann von seinen Ängsten
völlig gefesselt ist.

Auch Depressionen kommen gerne in Folge einer Neurose,
nur mal so angemerkt - ob nun als Folge des durch die
ständigen Angsterlebnisse gestörten Gehirnstoffwechsels
oder als Folge durch die Einschränkung des normalen
Lebens durch Vermeidung potentiell angstauslösender
Situationen.

Ohne Hilfe oder mit Aussitzen werdet ihr das nicht beheben
können, ihr solltet Euch so schnell wie möglich (leider gibt
es lange Wartezeiten, aber vielleicht geht es in diesem Fall
schneller) um fachliche Hilfe bemühen.

Also erstmal Hausarzt, und dann zum Kindertherapeuten
überweisen lassen.

Das wird hier sicher keine übliche Therapie, wie man sich
das sonst vorstellt, sondern eine Spieltherapie, wo das Kind
dann spielerisch wieder an laute Geräusche herangeführt
wird und dabei erneut lernt, dass laute Geräusche keine
Gefahr bedeuten.

Und das ist das Problem - er hat nicht einfach "Angst" vor
diesen Geräuschen - er (bzw. seine Psyche) erlebt sie als
lebensbedrohendes Ereignis! Jedesmal!
Mit allem Drum und Dran, was zu so einem Erlebnis dazu-
gehört - Adreanalinausstoss, erhöhte Cortisolwerte, in
Folge gesteigerte Krankheitsanfälligkeit und und und.
Das kann man nicht mit Händchenhalten und Trösten
hinkriegen, und das ist auch keine Phase wie die
"Monster unterm Bett", die einfach wieder verschwindet.

Versucht bitte nicht selbst, daran herumzukurieren - als
Eltern könnt ihr bei so einem Vorgehen nicht mit dem
nötigen Abstand mit den zwangsläufigen Reaktionen
umgehen und verschlimmert das womöglich noch!

Also bitte, sucht Euch schleunigst Hilfe, Eurem Kind zuliebe!

Monica

Angst bei Kindern

Autor: Volker Gringmuth
2004-09-27 13:44:49

Monica Ladberg zitierte (Original liegt mir nicht vor):

>> Mein Sohn ist 6 Jahre und hat sich durch ein plötzliches
>> sehr lautes Geräusch stark erschreckt. Er schrie laut und
>> brach dann zusammen.

Heftig. Wie lange ist das her, und was war es ungefähr?
(Sorry, bin immer so neugierig ...)

>> Die Ohren haben keinen Schaden genommen,

Ganz sicher? Schäden durch zu hohe Schallpegel (und das scheint ja für
ihn körperlich schmerzhaft gewesen zu sein) äußern sich im
Hochtonbereich. Für ihn klingt dann alles etwas dumpfer als vorher. Das
heißt /nicht,/ daß er schwerhörig ist oder Sprache schlechter versteht
(in schweren Fällen klingt Sprache wie durchs Mittelwellenradio, bleibt
aber - wie dort auch - verständlich), kann sich aber AFAIK durchaus
dahin entwickeln.

Ihr wart aber sicher beim Ohrenarzt, oder?

>> doch seid dem leidet er unter Angst vor vielen Geräuschen.
>> Toilettenspülungen oder Klettverschlüsse lösen wieder ein
>> lautes Schreien und große Angst bei Ihm aus.
>> Wer hatte schon mal so ein Problem ?
>> Wie lange dauert so etwas ?
>> Muß ich mit Ihm zu Psychologen?

Das klingt fast wie "Mein Auto macht oft ganz unkontrollierte
Lenkbewegungen. Muß ich mit ihm zur Werkstatt?"

Ohne Bild: Ohne Frage solltest Du bzw. solltet ihr professionelle Hilfe
aufsuchen.

Falls möglich, geht zu einem Kinderpsychologen, der sich mit den
Funktionsweisen der kindlichen Seelenwelt wohl etwas besser auskennt. So
eine Therapie kann dauern, da der Junge auch erst mal Vertrauen zum
Therapeuten und in den Prozeß fassen muß.

> Ich würde sagen, Du solltest mit ihm zum Therapeuten, das
> klingt nach einem handfesten Trauma.

ACK.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.
(François Truffaut)