« zurück zur Hauptseite...


1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Manuel Fritsch
2004-11-02 11:16:31

Hallo,

wollte nur mal nachfragen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Unser
einjähriger Sohn *hasst* Autofahren. Ich dachte immer, Kinder lieben
Auto fahren und schlafen dabei meistens. Nicht so bei uns.

Wir sind, was Wochenendausflüge betrifft, total unflexibel geworden,
weil wir nur noch zu den regulären Schlafenszeiten (Mittags 12 und
Abends 8) längere Strecken mit dem Auto fahren können (Mittags maximal 2
Stunden) - alles außerhalb dieser Zeiten oder länger als 2 Stunden wird
mit ununterbrochendem Weinen und Schreien quittiert. Wir haben alles
probiert. Alleine fahren geht garnicht, der Copilot muss quasi nonstop
Programm bieten, aber selbst das funktioniert nicht wirklich lange. Wir
haben neue Spielsachen, alte Spielsachen, Bücher, Kuscheltiere,
Kuscheltücher, Lieder singen, kitzeln probiert - alles ist Scheiße,
sobald der Kleene im Autositz festgegurrt ist. Warten bis er sich
beruhigt und mit der Situation abfindet klappt auch nicht. Er meckert
solange rum, bis das Auto anhält. Er ist ein sehr aktives Kind, daher
ist mir schon klar, dass angegurtet sein doof ist, aber beim Auto fahren
geht es nunmal nicht anders.

Müssen wir uns damit abfinden und Stubenhocker werden ;) oder hat jemand
Rat und Tipps für mich?

Gruß,
Manuel

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Tata
2004-11-02 11:26:20

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Alois Steindl
2004-11-02 11:26:20

Hallo,
gibt es in de nicht auch ein ausgebautes Schienennetz?
Unsere beiden sind lange Zeit viel lieber mit dem Zug als mit dem Auto
gefahren. Nebenbei hat es auch der Umwelt was genützt.
Alois

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Manuel Fritsch
2004-11-02 12:32:27

Hallo Alois,

> gibt es in de nicht auch ein ausgebautes Schienennetz?
> Unsere beiden sind lange Zeit viel lieber mit dem Zug als mit dem Auto
> gefahren. Nebenbei hat es auch der Umwelt was genützt.

ja, wir probieren das dieses WE mal aus und fahren 4 Stunden Zug mit
Umsteigen. Ich befürchte, dass sich dann der Stress eben zu "Kinderwagen
und Reisebett und Gepäck" schleppen verschiebt ;-)

Ich fahre persönlich eh viel lieber Zug.
Manuel

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Dirk Moebius
2004-11-02 13:02:35

Manuel Fritsch writes:

> Hallo,
> wollte nur mal nachfragen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Unser
> einjähriger Sohn *hasst* Autofahren. Ich dachte immer, Kinder lieben
> Auto fahren und schlafen dabei meistens. Nicht so bei uns.

> [...] Wir
> haben neue Spielsachen, alte Spielsachen, Bücher, Kuscheltiere,
> Kuscheltücher, Lieder singen, kitzeln probiert - alles ist Scheiße,
> sobald der Kleene im Autositz festgegurrt ist.

Wie ist es, wenn Ihr mit der Bahn unterwegs seid?
Quengelt er dann auch?


Dirk

--

Das Leben ist zu kostbar, um es dem Schicksal zu überlassen.

Deus X. Machina, AKA Mac

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Daniel Jung
2004-11-02 14:23:20

Manuel Fritsch wrote:
> - alles ist Scheiße,
> sobald der Kleene im Autositz festgegurrt ist. Warten bis er sich
> beruhigt und mit der Situation abfindet klappt auch nicht. Er meckert
> solange rum, bis das Auto anhält.

Ich kenne viele Jungfamilien mit dem gleichen Problem und kann
mitfühlen. Glücklicherweise ist unsere Kleine nicht so.

AUTO

Zwei Fragen:
(1) Was für ein Auto habt ihr?
(2) Was für einen Kindersitz benutzt ihr?

Je nachdem, wie alt der Kleine ist (gerade ein Jahr oder fast schon
zwei) würde ich mal einen anderen Sitz auszuprobieren. In welcher
Richtung sitzt er (vorwärts/rückwärts)? Kann er aus dem Fenster sehen?

Egal, welcher Sitz, alle Sitze sind Notlösungen für einen Kinderrücken.
Nimm am besten ein Kinderbett mit, oder eine stabile Matratze, und mach
oft (alle 30-45 Minuten) eine Pause, wo der Kleine frei liegen und sich
bewegen kann. Oder rumrennen (wenn er schon so aktiv ist, wie du
schreibst). In diesen Pausen kann man die Kurzen auslaugen (Fangen
spielen) und mit Essen vollstopfen (macht müde). Fisch ist sehr gut.
(Dann aber nicht ruckartig fahren, wegen Kotzen).

Habt ihr mal ein anderes Auto probiert? Mal von Freunden eins ausleihen
kann nicht schaden (aber vorher mit Handtüchern schützen, wieder: wegen
Kotzen). Da sind so viele Faktoren: Geräusche, Gerüche, Federung,
Anfahren etc.

Wann fängt das Plärren an (ich frage nicht, wann es aufhört, das hat
ganz andere Gründe)? Wenn der Motor angeht, wenn der Wagen anfährt zu
rollen, oder wenn er festgezurrt wird? Hast du mal die Reihenfolge
vertauscht (erst Motor an, dann festmachen)?

Was meinst du mit: "Er meckert solange rum, bis das Auto anhält.",
meinst du: Auto hört auf zu rollen, Motor geht aus, Kind wird abgeschnallt?


ZUG

Haben andere schon beantwortet. Vielleicht wohnt ihr aber auch so
abgelegen, dass das ein Wahnsinnsaufwand ist, erst hinkommne, dann
Umsteigen etc.


***

Wenn alles nichts hilft, könnt ihr aus der Not vielleicht eine Tugend
machen. Zwischen Spritztouren nach Italien einerseits und Stubenhocken
andereseits gibt es vielleicht noch mehr. Du sprichst von maximal zwei
Stunden, na, sagen wir mal eine oder anderthalb; man will ja auch wieder
zurück. Gibt es denn Orte, Wälder, Gegenden im Umkreis von 50-80 km, die
ihr noch nicht kennt? Oder doch schon kennt? Vielleicht könnt ihr öfter
mal Picknicken und dann voller Stolz sagen "Wir sind jetzt eine Familie
mit einem kleinen Jungen und machen unsere nahe Umgebung unsicher, statt
ewig lange mit dem Auto zu fahren"? - ich meine statt zu sagen, "Schade,
seit der Geburt sitzen wir uns in Freiburg den Arsch platt".

Denk dran: Es ist nur eine Phase. Mach doch das Beste draus.

Viel Erfolg
- Daniel

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: "H. Buss"
2004-11-03 12:28:57

"Manuel Fritsch" schrieb im Newsbeitrag
news:cm7mpv$6dt$05$1@news.t-online.com...
> Hallo,
> Müssen wir uns damit abfinden und Stubenhocker werden ;) oder hat jemand
> Rat und Tipps für mich?
> Gruß,
> Manuel

Es könnte eine Kraftprobe sein:
Kind meckert und die Dienstboten eilen heran, um seine Wünsche zu erfüllen.

Wichtig ist, das euer Kurzer aus dem Fenster schauen kann.
Habt Ihr schon mal gespielt: Wer sieht das nächste rote Auto, den nächsten
Autotransporter?

1. Tip: Fahrt irgendwohin, wo es so richtig toll ist: Waldspielplatz,
Spaßbad und probiert, ob er dann mitmacht.

2. Tip: es könnte an der Länge der Fahrt liegen. Was kann man denn in einer
Distanz von 1/2 bis 1 Stunde unternehmen?
Wir haben zur 1-Jährigen-Zeit alle Bauernhofmuseen und Großstädte in einem
Radius von 1 Stunde Fahrt erkundet und uns dabei köstlich amüsiert. Ich
staune heute noch manchnmal, was wir da alles unternommen haben.

Gruß Helga

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Willibald Papesch
2004-11-03 14:16:18

H. Buss:

>
> "Manuel Fritsch" schrieb im Newsbeitrag
> news:cm7mpv$6dt$05$1@news.t-online.com...
>> Hallo,
>> Müssen wir uns damit abfinden und Stubenhocker werden ;) oder hat jemand
>> Rat und Tipps für mich?
>> Gruß,
>> Manuel
>
> Es könnte eine Kraftprobe sein: [...]

Einjährige, die mit ihrer Umgebung Kraftproben veranstalten, hatten im Laufe
der Menschheitsgeschichte wenig Überlebenschancen. Da der Rechtsstaat
bekanntlich noch sehr jung ist und Kindstötung weltweit kulturübergreifend
üblich war, ist eher sehr wahrscheinlich, dass solche Individuen *nicht*
überlebten, sich nicht fortpflanzen und die entsprechende Neigung nicht
weitergegeben werden konnte. Kinder haben ihre Eltern gern, wollen mit
ihnen in Frieden leben und *wollen* ihnen folgen , denn nur ihre Eltern
(bzw. vertraute Erwachsene) garantieren ihr Überleben, bis sie in der
Gruppe einigermaßen alleine über die Runden kommen können. Das ist
allerfrühestens mit drei Jahren der Fall.

Wenn sich Einjährige wie im beschriebenen Fall verhalten, drückt dies in der
Regel Verzweiflung aus, sich nicht verständlich machen zu können: eine
zweistündige Autofahrt am Stück ist für ein Einjähriges schlicht eine
Tortur. In dieser Phase steht es unter einem immensen Bewegungsdrang, der
nach Abfuhr verlangt.

Erwachsene, die das nicht verstehen (können, weil durch vergelichbare
Erziehugnsstrukturen ihre entsprechenden Kommunikationsmuster mehr oder
weniger beschädigt sind), greifen zu Deutungsmustern wie "Kraftprobe",
"Machkampf". Die Folgen: Trotzphase - Pubertätskrieg - Generationenkonflikt
- Altenmisshandlung, in Worten ausgderückt: "Ich verstehe mein Kind nicht
mehr" - "Meine Eltern verstehen mich sowieso nicht" - und das Elend wandert
von Generation zu Generation.

Gruß
Willibald

1-Jähriger findet Auto fahren doof

Autor: Manuel Fritsch
2004-11-03 15:28:03

Hallo Daniel,

> Je nachdem, wie alt der Kleine ist (gerade ein Jahr oder fast schon
> zwei) würde ich mal einen anderen Sitz auszuprobieren. In welcher
> Richtung sitzt er (vorwärts/rückwärts)? Kann er aus dem Fenster sehen?

neuer Sitz war auch unser Plan. Erst ist just ein Jahr geworden. Aber
dennoch denke ich, dass eben das "an einer Stelle sitzen ohne
Bewegungsfreiheit" das Problem ist. Aus dem Fenster kann er schauen, ja.
Autobahn findet er auch langweiliger als Stadt, weil weniger zu sehen.

Er schreit ja auch nicht sofort los. Stadtfahrten sind ohne Probleme
machbar. Da schaut er dann aus dem Fenster oder schaut ein Buch an, aber
sobald es ein wenig weiter raus geht, also ca. 30 Minuten geht das
Gejammer los. Zum Ikea hin und zurück is schon anstrengend.

Oft Pause machen haben wir auch probiert. Da ist dann in der Pause alles
normal, sobald er merkt es geht weiter ist es wieder beim Alten.

> Wenn alles nichts hilft, könnt ihr aus der Not vielleicht eine Tugend
> machen. Zwischen Spritztouren nach Italien einerseits und Stubenhocken
> andereseits gibt es vielleicht noch mehr.

ja, das ist ja keine Frage. Natürlich sind wir hier nicht gefesselt.
Verwandte besuchen (die wohnen 3-4 Stunden weg) geht halt nur mit Abends
losfahren.

Mal schauen, wie das mit neuem Kindersitz wird. Und keine Sorge, gibt
schlimmeres als an Freiburg gefesselt zu sein ;) Hier ist man sehr
schnell im Grünen oder in FR und der Schweit. (Alles in 40 Minuten
Bereich erreichbar, also Kind-tauglich) :-)

manu

 1    2    3    4    ›    »