Kindergarten-Entscheidung
Hallo,
unsere Jüngste (wird in 2 Wochen 3) soll dieses Jahr in den
Kindergarten, und nach viel Hin und Her und etlichen Absagen (München)
haben wir jetzt die Wahl zwischen einem städtischen Kindergarten und
einer privaten Elterninitiative. Bis Montag sollen wir bei der
Elterninitiative Bescheid sagen, ob wir den Platz nehmen.
Ich stelle hier die beiden mal einander gegenüber:
Städtischer KiGA:
Plus: Groß (4 offene Gruppen), hell, sehr schön eingerichtet und gut
ausgestattet (eig. Turnraum, eig. Bibliothek, Musikzimmer), sehr schöner
großer, ruhiger Garten der an einen Park grenzt, mit Schlittenberg etc.,
schöne Angebote (wöchentlich Schwimmen, Musikerziehung..), engagierte
Eltern
Minus: Größere Gruppe (25 Kinder wie eben in Regelkindergärten
üblich),
weniger Mitgestaltung, Einblick und Engagement möglich als in dem
privaten KiGA (schon mein Wunsch nach einer Schnupperstunde stieß bei
der Erzieherin sichtlich auf Befremden), längerer und umständlicher
Anfahrtsweg
Elterninitiative:
Plus: Kleinere Gruppe (17 Kinder, 2 Erzieherinnen), familiäre
Atmosphäre
und Netzwerk, jeder kennt jeden, etliche Eltern sind untereinander
befreundet, guter Kontakt zu Erzieherinnen, engagierte Eltern, viel
Mitbestimmungsrecht und Mitgestaltungsmöglichkeit (hospitieren, d.h.
einmal mit Kind vormittags am Kindergartenalltag teilnehmen, wurde sogar
erwartet und uns hat es auch gut gefallen), sehr schöne Angebote
(vierzehntägig Schwimmen, ab und zu Waldtag, wöchentlich Englisch
(das
macht ein Vater) und ab 4 Jahren Rhythmik; Ausflüge, Projekte, 2x im
Jahr ist "Eltern-Kind-Wochenende" in Österreich, einmal im Jahr
fahren
die Kinder 4 Tage auf den Bauernhof - klingt alles sehr reizvoll, finde
ich). Der Kindergarten liegt erheblich günstiger für uns. Zwar nicht
wirklich in unserer Nähe, aber der Anfahrtsweg ist kürzer und
lässt sich
für meinen Mann auch ohne Umweg mit dem Weg zur Arbeit verbinden.
Minus: stark befahrene Autostraße vor dem Kindergarten und auch vor dem
(ansonsten recht schönen) Außengelände - immerhin grenzt dieses
aber an
einen Park an), viel bescheidenere Räumlichkeiten und Ausstattung als in
dem anderen KiGA, viel mehr Arbeit (jede Familie ist alle 3 Wochen
einmal mit Kochen und Putzen dran, ca. alle 3 Wochen ist Elternabend)
Hm, man merkt wohl: ich tendiere stark zu der Elterninitiative, habe
aber ein bisschen Muffen vor dem Eingespanntsein dort. Auch die
Hauptverkehrsstraße da stört mich ziemlich. Ich gehe morgen mal mit
meiner Tochter zu dem anderen, städtischen Kindergarten - mal schauen,
wie meine Tochter sich da verhält, wie es ihr gefällt und wie die
Erzieherinnen so sind. Als ich ihn mir das erste Mal angesehen habe,
waren nämlich Kinder und Erzieherinnen nicht da.
Meine Tochter ist ein schüchternes Kind und braucht immer etwas Zeit,
bevor sie bei ihr unbekannten Leuten "auftaut". Von daher denke ich,
dass eine kleinere Gruppe besser wäre. Oder bewerte ich das zu stark?
Hat vielleicht hier jemand Erfahrungen mit privaten Elterninitiativen?
Die würden mich sehr interessieren, außerdem natürlich die
Meinungen zur
anstehenden Entscheidung - was wäre euch wichtig, welche Punkte
würdet
ihr eher vernachlässigen...
Karin
Kindergarten-Entscheidung
Kindergarten-Entscheidung
Hallo Karin,
Wir haben gerade so eine Entscheidung treffen müssen, wobei in unserem
Fall die Entscheidung klar zum privaten Kindergarten ging.
Eigentlich gab es für die öffentlichen Kigas nur das Argument der
größeren Nähe, inhaltlich bieten die hier im Umkreis
befindlichen
nicht besonders viel. Dazu kommt die stärkere Gruppenbesetzung und der
Mangel an Konzepten zur Förderung der Kinder.
Anders der Private: es wird den Kindern sogar ein Schulreifezeugnis am
Ende ausgestellt. Es ist so, daß Mitarbeit auch erwünscht ist, aber
keine Verpflichtung, auch keine moralische. Anhand von
Beobachtungsbögen werden Förderpläne für die Kinder
aufgestellt, die
an zweimal jährlich stattfindenden Elternsprechtagen mit
Teilnahmeverpflichtung besprochen werden. Darüber hinaus gibt es das
Angebot des Elterncafes.
Was Du berichtest hört sich für mich auch nach extrem viel
Präsenz an
und würde mir so auch nicht gefallen. Ich finde, daß klar sein
sollte,
daß , wenn Ihr Euch für den Kiga entscheidet, die Verantwortung in
der
Zeit, die Eure Tochter da ist, beim Kindergarten liegt. So hört es
sich für mich an, als ob ihr permanent gefragt seid und für mich
wirkt
das nicht sehr professionell.
Auf der anderen Seite habt ihr die Möglichkeit viel Einfluss zu nehmen
und schnell reagieren zu können, wenn mal was nicht so gut läuft.
Was das putzen angeht, warum beschäftigen die Leute nicht jemanden,
der das erledigt? So teuer sind Putzhilfen nun auch nicht und ich
vermute, Du würdest deine freie Zeit lieber mit Deinem Kind
verbringen, als den Kindergarten zu reinigen, oder?!
vielleicht gibt es noch eine dritte Alternative?
Wenn nicht, würde ich mich wahrscheinlich mit nicht sehr gutem Gefühl
für den privaten Entscheiden, da Du ja sagst, daß Deine Tochter eher
zurückhaltend ist und da die kleineren Gruppen sind.
Ich hoffe, ich konnte helfen. Laß mal hören, wie Du Dich
entscheidest!
grüße Anka
Kindergarten-Entscheidung
Am Fri, 15 Apr 2005 01:36:51 +0200 schrieb Karin Will:
Hallo,
>
> Hm, man merkt wohl: ich tendiere stark zu der Elterninitiative, habe
> aber ein bisschen Muffen vor dem Eingespanntsein dort. Auch die
> Hauptverkehrsstraße da stört mich ziemlich. Ich gehe morgen mal
mit
> meiner Tochter zu dem anderen, städtischen Kindergarten - mal
schauen,
> wie meine Tochter sich da verhält, wie es ihr gefällt und wie
die
> Erzieherinnen so sind. Als ich ihn mir das erste Mal angesehen habe,
> waren nämlich Kinder und Erzieherinnen nicht da.
> Meine Tochter ist ein schüchternes Kind und braucht immer etwas Zeit,
> bevor sie bei ihr unbekannten Leuten "auftaut". Von daher denke
ich,
> dass eine kleinere Gruppe besser wäre. Oder bewerte ich das zu stark?
>
> Hat vielleicht hier jemand Erfahrungen mit privaten Elterninitiativen?
> Die würden mich sehr interessieren, außerdem natürlich die
Meinungen zur
> anstehenden Entscheidung - was wäre euch wichtig, welche Punkte
würdet
> ihr eher vernachlässigen...
Schade, dass Ihr soo Probleme habt- bei uns konnten wir den KiGa
aussushcen.
Also- IMHO ist eine gute Kinderbetreuung nicht unbedingt korreliert mit
schönen Möbeln usw.
Die Hauptstraße würde mich auch nur bedingt stören- die Kinder
werden ja
gebracht und abgeholt. Na und der Lärm wird doch sicherlich ausgefiltert.
Im übrigen ist es in KiGas oft recht laut.
Wichtig ist nach meiner Erfahrung, dass die Leitung und damit die Erzieher
engagiert sind. Einen engen Kontakt zu den Eltern empfinde ich auch als
positiv. Die Gruppengröße ist nach meiner Erfahrung nicht soo
entscheident.
Beim Großen sinds auch 25 Kinder- trotzdem sehe ich, dass die
Erzieherinnen
Ihre Kinder haargenau kennen und die Problemkinder sehr gut betreuen.
Sprich- die schüchternen, die traurigen werden intensiv getröstet.
Knackpunkt ist, denke ich die Kehrseiote der Medallie: alle drei Wochen
kochen und putzen ist ein Wort. Demgegenüber steht der umständlichen
Anfangsweg.
So auf den ersten Blick erscheinen mir die Angebote als gleichwertig-
bei Eurer Entscheidung tät ich ein wenig auf die Organisation des Allltags
aschten. Also eher pragmatisch entscheiden.
Gruß
Kindergarten-Entscheidung
Anka Moder schrieb:
Hallo Anka,
Was Du von eurem Kindergarten berichtest, klingt richtig gut. In München
gibt es natürlich auch private Kindergärten, die das Putzen und teils
auch das Kochen an bezahlte Aushilfen delegieren. Bei dem Kinderladen,
wo wir den Platz bekommen würden, ist die Entscheidung eben irgendwann
dagegen gefallen - vermutlich um die Beiträge gering zu halten.
Vielleicht könnte das irgendwann auch geändert werden, je nach
Elternmehrheit, keine Ahnung.
Natürlich liegt die Verantwortung für die Betreuung beim
Kindergarten,
andererseits wird dieser nun mal zum großen Teil von den Eltern getragen.
> So teuer sind Putzhilfen nun auch nicht und ich
> vermute, Du würdest deine freie Zeit lieber mit Deinem Kind
> verbringen, als den Kindergarten zu reinigen, oder?!
In der Tat - eigentlich wollte ich ja eher Geld verdienen und dafür
weniger putzen (daheim, meine ich) - und nicht andersrum ;-)
> vielleicht gibt es noch eine dritte Alternative?
Ja, es gibt noch eine dritte (private) Alternative, allerdings
verkehrstechnisch wieder etwas ungünstiger gelegen. Ich sehe mir die
Einrichtung heute noch an, allerdings müssen wir uns ja leider sehr
rasch entscheiden, ob wir den Platz nehmen. Da bezweifle ich, dass wir
vorher eine Zusage von dem dritten erhalten könnten.
Vorhin waren wir ja noch mal bei dem städtischen (in der Gruppe). Also,
ich denke, der private ist für uns besser, auch wenn meine Tochter sich
sicher in beiden gut einleben würde. Kleinere Gruppen sind schon etwas
Feines, es war dort einfach etwas ruhiger und leiser. Außerdem wurden in
dem städtischen mehrere Male Kinder gemaßregelt - d. h. aus der
Gruppe
herausgenommen, wenn sie bei etwas nicht mitmachten oder störten. So
etwas konnte ich im privaten gar nicht beobachten, irgendwie bestand
dort auch kein Anlass dazu.
Gruß
Karin
Kindergarten-Entscheidung
Achim Waldek schrieb:
> Schade, dass Ihr soo Probleme habt- bei uns konnten wir den KiGa
> aussushcen.
Na immerhin haben wir auch eine Wahl, wenn auch mit etwas Fahrerei
verbunden. Wir wohnen hier leider in einem mit Kindergärten eher
schlecht versorgten Viertel.
> Also- IMHO ist eine gute Kinderbetreuung nicht unbedingt korreliert mit
> schönen Möbeln usw.
Ja, das war auch mein Gedanke. Mir hat nur das schöne ruhige
Außengelände gefallen. Das hat vielleicht mit meinen eigenen
Kindergartenerinnerungen zu tun (eine der lebhaftesten und schönsten ist
die an den dortigen großen, schönen Garten)
> Die Hauptstraße würde mich auch nur bedingt stören- die
Kinder werden ja
> gebracht und abgeholt. Na und der Lärm wird doch sicherlich
ausgefiltert.
Im Garten nicht (oder meinst Du mit "ausgefiltert", dass man ihn
irgendwann nicht mehr wahrnimmt?)
> Wichtig ist nach meiner Erfahrung, dass die Leitung und damit die Erzieher
> engagiert sind. Einen engen Kontakt zu den Eltern empfinde ich auch als
> positiv.
Finde ich auch. Wenn ich darauf das Hauptaugenmerk lege, ist die
Entscheidung eigentlich klar.
Gruß
Karin
Kindergarten-Entscheidung
Hi Karin,
wie sieht es denn mit der Vertretung im Krankheitsfall aus? Da
habe ich halt schon öfter nachteiliges von privaten Initiativen
gehört. Aber die Quote 17:2 ist natürlich ein starkes Argument.
Ich finde die riesigen Gruppen auch nicht schön, habe hier vor
Ort aber noch keine vernünftigen Alternativen gefunden. Ich hab
nämlich überhaupt keine Lust, dort mit anzufassen. Wer sich
wieder nach einem Job umsieht, kann diese Alternative streichen.
Cheers,
Bettina
Kindergarten-Entscheidung
Karin Will schrieb:
> Die würden mich sehr interessieren, außerdem natürlich die
Meinungen zur
> anstehenden Entscheidung - was wäre euch wichtig, welche Punkte
würdet
> ihr eher vernachlässigen...
Ein bislang unerwähnter Punkt: Welche Ausbildung haben die jeweiligen
Erzieherinnen? Sind das in beiden Einrichtungen ausgebildete Kinder-
gärtnerinnen oder eher Kinderpfleger?
Ralph.
Kindergarten-Entscheidung
Hallo Karin,
unsere Tochter ist auch in eine EI-Kita gegangen.
Übrigens ohne Garten und in der Nähe einer großen Straße
-
anfangs fand ich das auch blöd, aber der klare Vorteil ist,
dass meine Tochter von Anfang an vorbildliches Verkehrsverhalten
gelernt hat und mit 3 Jahren Kilometerweit laufen konnte, da die
Erzieherinnen mit den Kindern sämtliche Spielplätze in der Nähe
abgelaufen sind :-)
Bei Kindergärten mit tollem Spielplatz drumherum konnte ich auch oft
beobachten, dass die Erzieherinnen die Kinder gar nicht richtig
beobachtet haben, weil sie sich sehr sicher fühlten - unsere
Erzieherinnen passten immer sehr gut auf alle Kinder auf.
Der einzige große Nachteil, den wir wahrgenommen hatten und der
uns auch dazu bewogen hat, den KiGa zu wechseln als die Kleine
fast 5 war, war die kleine Gruppe: es gab zu diesem Zeitpunkt
einfach kein Kind in ihrem Alter. Aber bei uns waren es auch nur
10 Kindergartenkinder und 10 Hortkinder.
Gruß,
Tania