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Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: "Andre Storch"
2003-06-28 21:06:08

... und zwar einer erwachsenen Frau,
die Konsequenzen des eigenen Handelns
für andere - speziell für kleine Kinder - abzuschätzen?

Hallo erst mal :-) ...


Also z.B. dass man besser den
Zwillingsbuggy nicht zusammengeklappt
hochkant an die Wand stellt, weil
er beim Umfallen dem Kind die Lippe
einreißen kann (heute passiert).

...dass die kochende Teekanne nicht
an den Rand des Tisches/der Anrichte
gehört (noch nix passiert, aber ich
sehe es immer wieder)...

... dass spitze lange Messer und Gabeln besser
nicht mit der Klinge nach oben in den Besteckkorb
des Geschirrspülers gehören (nicht nur wegen
der Kinder) ...

... dass die Bank auf dem Balkon einen
Meter Abstand von der Balkonbrüstung
haben soll, wenn die Kinder auf dem
Balkon spielen und ständig auf
der Bank herumklettern...

... dass die Bobby-Cars und Schaukelpferde
weggesperrt werden, wenn die Fenster zum
Lüften auf sind (unsere beiden kletterten zu gern über
die Autos auf Tische und vermutlich eben
bald auch aufs Fensterbrett) ...

Naja usw. usf.

Ideen?
Ratschläge?
Hinweise?
Links? :-)
Erfahrungen?

Besten Dank fürs Lesen :-)

Schönes Restwochende.
Und Grüße aus dem Hildesheim :-)

André

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: Tata
2003-06-28 23:21:40

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: Rene Suck
2003-06-28 23:21:40

Sandilein (ohne Nachnamen) schrieb:
> Aber Andre,
> nicht meckern! Ne neue suchen!!!
>
> LG Sandra (Habs mit meinem Ex genauso gemacht, fühle mich jetzt viel
> besser!)

So so,
so sieht also in unserer moderenen Zeit also ein entsprechender
Ratschlag aus... "Ex-und-hopp-Mentalität", oder wie soll man das nennen?

Etwas ratlos

René

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: ebba lippert@hotmail.com (Ebba Lippert)
2003-06-29 00:04:55

X-No-Archive: yes

Andre Storch wrote:

> ... und zwar einer erwachsenen Frau,
> die Konsequenzen des eigenen Handelns
> für andere - speziell für kleine Kinder - abzuschätzen?
>
Pöser Pursche, auf den Poden mit dir.
Pah, als wäre das ein frauenspezifisches Problem.

> Hallo erst mal :-) ...
>
Tach auch :-)
>
> Also z.B. dass man besser den
> Zwillingsbuggy nicht zusammengeklappt
> hochkant an die Wand stellt, weil
> er beim Umfallen dem Kind die Lippe
> einreißen kann (heute passiert).

Naja, das dürfte dann jetzt wohl nicht noch mal vorkommen.
>
> ...dass die kochende Teekanne nicht
> an den Rand des Tisches/der Anrichte
> gehört (noch nix passiert, aber ich
> sehe es immer wieder)...

Uii, super schlecht. Kleine Kinder und heiße Getränke gehören IMHO nicht
alleine in ein Zimmer und Kannen und Tassen mit heißen Getränken gehören
weit weg vom Tischrand. Es dürfte doch eigentlich kein Problem sein das
jemandem zu erklären. Verbrühungen und Verbrennungen sind bei kleinen
Kindern wirkich ganz, ganz übel, v.a. weil die Wunden häufig vernarben,
die Narben nicht entsprechend mitwachsen und das zB dazu führen kann,
dass Gelenke nicht mehr richtig bewegt werden können bzw. viele
Nachoperationen notwendig werden, mal ganz abgesehen davon, dass
Brandnarben ziemlich entstellend sein können.
Um einen Säugling lebensgefährlich zu verbrühen reicht schon eine Tasse
heißen Kaffees!
Vielleicht erklärst du deiner Frau das einfach nochmal. Gerade
Verbrühungen sind so schnell passiert.
>
> ... dass spitze lange Messer und Gabeln besser
> nicht mit der Klinge nach oben in den Besteckkorb
> des Geschirrspülers gehören (nicht nur wegen
> der Kinder) ...

Och, du hast ja recht, aber so genau nehme ich das meist auch nicht. Ich
nehme den Besteckkorb ohnehin immer als erstes aus der Maschine.
>
> ... dass die Bank auf dem Balkon einen
> Meter Abstand von der Balkonbrüstung
> haben soll, wenn die Kinder auf dem
> Balkon spielen und ständig auf
> der Bank herumklettern...

Irgendwann können sie sich die Bank auch an die Brüstung schieben. IMHO
am besten gar nicht alleine auf dem Balkon lassen, wenn dort
Klettermöglichkeiten herumstehen und konsequent das klettern auf dem
Balkon untersagen, auch wenn man dabei ist.
>
> ... dass die Bobby-Cars und Schaukelpferde
> weggesperrt werden, wenn die Fenster zum
> Lüften auf sind (unsere beiden kletterten zu gern über
> die Autos auf Tische und vermutlich eben
> bald auch aufs Fensterbrett) ...
>
Auch ziemlich gefährlich. Allerdings wird´s wohl nicht mehr lange dauern
bis eure Zwillis auch Fenster öffnen können. Sind die abschließbar? Ich
würde sie weder mit noch ohne Klettermöglichkeit alleine in einem Zimmer
mit geöffnetem Fenster lassen. Ziemlich unverhofft lernen sie es nämlich
m.H. der Heizung oder hochziehen auf die Fensterbank zu kommen.

> Naja usw. usf.
>
> Ideen?

> Ratschläge?

Miteinander reden?
Mit dem Kinderarzt reden?
gemeinsam Googeln?

> Hinweise?
> Links? :-)

jede Menge beim googlen mit Verbrühungen Kinder, auch zu anderen
Unfallquellen im Haushalt.

> Erfahrungen?
>
Ja, aber zum Glück keine eigenen u. insbes. zu Verbrühungen.
Eine Freundin von mir hat zudem auf der Verbrennungsstation im hiesigen
Klinikum gearbeitet. Wenn ich sehe welche Angst sie vor Verbrennungen
und Verbrühungen hat, auf Grund ihrer beruflichen Erfahrungen, dann kann
ich mir vorstellen, wie schrecklich diese Unfälle sein können und ihre .
wenn auch nur gelegentlichen Schilderungen - waren ziemlich heftig.
Viele, viele Unfälle passieren übrigens auch beim Grillen!

> Besten Dank fürs Lesen :-)
>
> Schönes Restwochende.

Dito!

> Und Grüße aus dem Hildesheim :-)
>
> André

Liebe Grüße
Ebba

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: "Andre Storch"
2003-06-29 00:23:55

>"Sandilein" schrieb

> Aber Andre,
> nicht meckern! Ne neue suchen!!!

:-)
Jaja, aber hilft das den Kindern?
Eher ja nicht ...

Ich meine ... meine Frau ist vom Typ:
"Ich kann nichts
- ich kann es nicht, weil es mir nie jemand gezeigt hat
- du hast es mir auch nicht gezeigt."

Wenn man ihr sagt, sie kann das,
wird sie beweisen, dass sie es nicht kann.
Dann wieder das obige Gespräch.

Nein, unter diesem Aspekt lasse
ich meine Kinder schon gar nicht allein.


> LG Sandra (Habs mit meinem Ex genauso gemacht, fühle mich jetzt viel
> besser!)

Manche Schritte müssen wohl gemacht werden :-/


Naja ... Grüße
André

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: Rene Suck
2003-06-29 00:39:12

Andre Storch schrieb:

> ... und zwar einer erwachsenen Frau,
> die Konsequenzen des eigenen Handelns
> für andere - speziell für kleine Kinder - abzuschätzen?
>

Hi Andre,

was heißt beibringen? So wie ein Lehrer einem Schüler?

Gruß

René

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: Rene Suck
2003-06-29 00:45:18

Andre Storch schrieb:

[snip]

> Ich meine ... meine Frau ist vom Typ:
> "Ich kann nichts
> - ich kann es nicht, weil es mir nie jemand gezeigt hat
> - du hast es mir auch nicht gezeigt."
>
> Wenn man ihr sagt, sie kann das,
> wird sie beweisen, dass sie es nicht kann.
> Dann wieder das obige Gespräch.
[snip]

Hi Andre,

das klingt für mich ehrlich gesagt nicht so, als handele es sich "nur"
um mangelndes Gefahrenbewußtsein. Sie sagt wirklich "Ich kann nichts"?

Gruß

René

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: "Andre Storch"
2003-06-29 01:54:06

X-No-Archive: yes

>Ebba Lippert schrieb
>
> Andre Storch wrote:
>
> > ... und zwar einer erwachsenen Frau,
> > die Konsequenzen des eigenen Handelns
> > für andere - speziell für kleine Kinder - abzuschätzen?
> >
> Pöser Pursche, auf den Poden mit dir.
> Pah, als wäre das ein frauenspezifisches Problem.

In meinem Fall schon :-)

Obwohl mir heute eine Bekannte sagte,
ihr Mann ist genauso (gewesen).
Sie haben sich vor ein paar Wochen getrennt.

Mir reicht es aber erst mal zu wissen,
wie ich es meiner Frau klarmache :-)


> > Also z.B. dass man besser den
> > Zwillingsbuggy nicht zusammengeklappt
> > hochkant an die Wand stellt, weil
> > er beim Umfallen dem Kind die Lippe
> > einreißen kann (heute passiert).
>
> Naja, das dürfte dann jetzt wohl nicht noch mal vorkommen.

Ja. Das gilt aber nur für den Zwillingsbuggy :-(
Ich kenne meine Frau. Sie kann die Lösung
eines Problems nicht auf ein ähnliches
Problem übertragen. Es ist für sie ein
völlig neues Problem.

Letztes Wochenende stand der Zwillingsbuggy
so bei uns kurz im Treppenhaus. Ich sagte ihr
noch, dass ich ihn jetzt in den Keller bringe,
damit er nicht auf jemanden draufstürzt.
(Wir habe noch andere kleine Kinder im Haus,
die auch an unserer Tür vorbeikommen.)

Unter diesem Eindruck war ich schon
etwas schockiert, dass sie das trotzdem
wieder gemacht hat.



> > ...dass die kochende Teekanne nicht
> > an den Rand des Tisches/der Anrichte
> > gehört (noch nix passiert, aber ich
> > sehe es immer wieder)...
>
> Uii, super schlecht. Kleine Kinder und heiße Getränke gehören IMHO nicht
> alleine in ein Zimmer und Kannen und Tassen mit heißen Getränken gehören
> weit weg vom Tischrand. Es dürfte doch eigentlich kein Problem sein das
> jemandem zu erklären.

Das Erklären (bzw. der Hinweis darauf)
war auch kein Problem.
Nachdem ich mal beobachtet hatte, wie
eine unserer beiden einen Löffel von der
Anrichte schnappte, habe ich ihr diese
Beobachtung auch mitgeteilt mit der
Ankündigung, dass wir jetzt besser alles
heiße nach hinten stellen (besonders
eben die Teekanne, die bis dahin
immer vorn stand) und besonders
die schweren Keramikmesser nicht
mehr im Griffbereich liegen lassen.
Das hat sie natürlich auch sofort
bestätigt.
Nur mit der Durchführung ist es eben
eine andere Sache - die Korkplatte
der Kanne liegt wieder vorn und die
Kanne steht drauf.


> Um einen Säugling lebensgefährlich zu verbrühen reicht schon eine Tasse
> heißen Kaffees!

Yepp.
Ich habe extra damit sie mal ein
Gefühl für Temperaturen bekommt,
ein relativ genaues Backthermometer
gekauft und messe so ziemlich alles
durch.
Dass eine Tasse Tee/Kaffee im
trinkbaren Zustand 65°C haben kann
und dass Eiweiss ab ~52° gerinnt habe
ich gezeigt und gesagt.
Dass Badewasser mit 40°...42° schon
verdammt heiß ist (auch wenn man
mit der Hand problemlos reingreifen
kann), habe ich ihr auch demonstriert.

Ihre Tasse Tee steht trotzdem direkt
vor den Kindern ...



> Vielleicht erklärst du deiner Frau das einfach nochmal.

Ja, aber wie?
Ich bin kein Lehrer, schon gar nicht der
meiner Frau ...
Meine didaktischen Fähigkeiten sind
nicht sonderlich ausgeprägt oder zumindest
nicht mit meiner Frau kompatibel :-(


> > ... dass spitze lange Messer und Gabeln besser
> > nicht mit der Klinge nach oben in den Besteckkorb
> > des Geschirrspülers gehören (nicht nur wegen
> > der Kinder) ...
>
> Och, du hast ja recht, aber so genau nehme ich das meist auch nicht. Ich
> nehme den Besteckkorb ohnehin immer als erstes aus der Maschine.

Wie gefährlich das ist, fiel mir auch erst auf,
als ich vorm Geschirrspüler was aufheben
wollte und beim Bücken ein Brotmesser
(Typ Psycho 1) an meinem Gesicht langschabte :-)

Seitdem drehe ich solches Zeug mit
dem Griff nach oben oder lege es rein.


> > ... dass die Bank auf dem Balkon einen
> > Meter Abstand von der Balkonbrüstung
> > haben soll, wenn die Kinder auf dem
> > Balkon spielen und ständig auf
> > der Bank herumklettern...
>
> Irgendwann können sie sich die Bank auch an die Brüstung schieben.

Yepp.
Noch können sie es nicht.
Die Bank ist recht schwer und der Untergrund
rauh (so eine Art Kunstrasen).
Die schiebe nicht mal ich ohne sie
anzuheben.


> IMHO am besten gar nicht alleine auf dem Balkon lassen, wenn dort
> Klettermöglichkeiten herumstehen und konsequent das klettern auf dem
> Balkon untersagen, auch wenn man dabei ist.

Hmja, zuviele Verbote will ich eigentlich nicht haben.
Wobei meine Frau mit dem Anderen-Etwas-Verbieten
wahrscheinlich eher klarkommt, als eine potentielle
Gefahr zu erkennen.
Na mal sehen ...


> > ... dass die Bobby-Cars und Schaukelpferde
> > weggesperrt werden, wenn die Fenster zum
> > Lüften auf sind (unsere beiden kletterten zu gern über
> > die Autos auf Tische und vermutlich eben
> > bald auch aufs Fensterbrett) ...
> >
> Auch ziemlich gefährlich. Allerdings wird´s wohl nicht
> mehr lange dauern
> bis eure Zwillis auch Fenster öffnen können.

Können sie schon, wenn sie rankommen.
Noch haben sie die Fensterbretter aber
noch nicht als Kletterziel erkannt.
(was mich allerdings wundert)


> Sind die abschließbar?

Nein, aber ich werde demnächst fürs
erste die Griffe abschrauben und weglegen.



>Ich
> würde sie weder mit noch ohne Klettermöglichkeit alleine in einem Zimmer
> mit geöffnetem Fenster lassen.

Naja, wenn wir lüften, sind bei uns in jedem
Raum die Fenster offen und auch die Türen
dazwischen.
Und auf bleib hier reagieren beide
noch nicht so richtig. Eine ist meist
woanders ...

Gut. Nicht alleine lassen.
Wie mache ich das meiner Frau klar,
wenn sie schon nicht mal selber drauf
kommt das offensichtlich zu tun und
die Bobbycars unterm Fenster
wegzuräumen?

Mit fiel das auch nur am Wochenende
spontan auf, als ich draußen vorbeiging
(wir wohnen Hochparterre) und mich
meine Tochter mit Pappa Pappa
durchs offene Fenster begrüßte.
(Kinn in Höhe Fensterbrett)

Auf meine Frage, wie groß eigentlich
die beiden sind und ob die denn
in letzter Zeit so extrem gewachsen
sind, weil sie mich eben durchs
offene Fenster angesehen hatte,
beantwortet meine Frau nur mit einem
belustigten Nein, nein, sie stand auf
dem Bobbycar.


> Ziemlich unverhofft lernen sie es nämlich
> m.H. der Heizung oder hochziehen auf die Fensterbank zu kommen.

Geht bei unserer Heizungs-Brett-Konstruktion
zum Glück nicht, die Heizung liegt zu tief unter
dem Brett.
Aber Gegenstände gezielt zum
Klettern irgendwo hinschieben,
das können beide ...


> > Ideen?
> > Ratschläge?
>
> Miteinander reden?

Nehmen wir mal an, das versuche
ich bereits seit so 10 Jahren ...
Auf die verschiedensten Arten und Weisen.
Die richtige Technik habe ich noch
nicht gefunden.

Ich will aber wie gesagt auch
nicht der Oberlehrer meiner Frau sein ...


> Mit dem Kinderarzt reden?

Kann der ihr das im anderen Posting
angesprochene Gefahrenbewusstsein
beibringen?

> gemeinsam Googeln?

Sie weiß ja, wie gefährlich das alles werden
kann, die Bilder verbrannter/verbrühter Kinder usw.
laufen ja auch regelmäßig durchs Fernsehen.

Sie kann aber keine praktischen Maßnahmen
daraus ableiten.



> > Hinweise?
> > Links? :-)
>
> jede Menge beim googlen mit Verbrühungen Kinder, auch zu anderen
> Unfallquellen im Haushalt.

Yepp.
Und wie bringe ich ihr bei, Gefahren, die
nicht exakt genauso beschrieben sind,
zu erkennen und zu vermeiden?

Eine heiße Teekanne am Rand der Anrichte
ist eine andere Gefahr, als ein Topf mit
kochendem Wasser auf der vorderen Herdplatte.
Nur so als Beispiel...



> > Erfahrungen?
> >
> [...]
> Viele, viele Unfälle passieren übrigens auch beim Grillen!

Und bei schlecht durchgeführten
wissenschaftlichen Home-Experimenten :-)

Ich hatte einen eigenen Krankenhausaufenthalt
mit Verbrennungen 1 - 2ten Grades im Alter
von 14 :-/ Immerhin waren die Ärzte einhellig
verblüfft, wie schnell alles verheilte :-)
Und seitdem weiß ich auch, dass der
Schockzustand bei Explosionen den
Schmerz vollständig unterdrückt.
Auch eine interessante Erfahrung.


Guts Nächtle
André

Wie bringt man jemandem bei ...

Autor: "Andre Storch"
2003-06-29 03:36:20

Moin moin,

>Rene Suck schrieb:
> Andre Storch schrieb:
>
> [snip]
>
> > Ich meine ... meine Frau ist vom Typ:
> > "Ich kann nichts
> > - ich kann es nicht, weil es mir nie jemand gezeigt hat
> > - du hast es mir auch nicht gezeigt."
> >
> > Wenn man ihr sagt, sie kann das,
> > wird sie beweisen, dass sie es nicht kann.
> > Dann wieder das obige Gespräch.
> [snip]
>
> das klingt für mich ehrlich gesagt nicht so, als handele es sich "nur"
> um mangelndes Gefahrenbewußtsein. Sie sagt wirklich "Ich kann nichts"?

Nein, nicht wörtlich.
Das war die stark komprimierte Essenz
von vielen Einzelgesprächen über Jahre hinweg.

Als Beispiel meine Erinnerung an
ein solchen Einzelgespräch:
[Staubsauger, Hoover Alpin 1400,
ein Bodenstaubsauger mit Schlauch
und Saugrohr. Meine Frau wollte das starre
Rohr entfernen, um die Düse direkt an
den Schlauch anzuschließen.]
Frau: Wie geht das hier ab?
Ich: Das ist ein Bajonettverschluss.
Eine viertel Umdrehung gegen den
Uhrzeigersinn und dann abziehen.
Frau (probiert):Das geht nicht.
Ich (hingehen, abmachen, ihr zeigen
wie das Prinzip funktioniert, weggehen)
Frau: Aha.
[andere Seite des Rohrs]
Frau: Und wie geht das hier ab?
Ich:Gleiches Prinzip.
Frau (probiert):Das geht nicht.
Ich (leicht genervt, wieder hingehen
abmachen): Es ist genau das Gleiche
wie auf der anderen Seite.
Sie (vorwurfsvoll):Ja woher soll
ich denn sowas wissen.
Das hat mir nie jemand gezeigt.
Du hättest mir das doch aber auch mal
zeigen können!



Naja, zum Glück merke ich
mir nicht alles, sonst könnte ich
mittlerweile Bücher füllen :-/


Ähnliche Gespräche gab es aber
auch schon über Hefeteig
(wie macht man den, wann ist
er richtig aufgegangen).


Sie besteht auch darauf, das ihr jemand
die komplette Bedienung von Geräten
erklärt. Was praktisch nur eben nicht
möglich ist.
Bei Fehlbedienungen oder wenn sie
eine Funktion nicht findet, kommt dann
wieder das obige Gespräch.

Sowie jemand in der Nähe ist,
kann sie auch keine eigenen
Entscheidungen mehr treffen.
Alles, wirklich alles wird abgesichert.
Eine Steuererklärung ungestört am Rechner
zu machen ist z.B. unmöglich -
praktisch werde ich etwa alle 3 ... 5
Minuten mit einer Fragestellung
unterbrochen, die bei jedem
n-ten Fall mit Kannst du mal herkommen?
beginnt.

Wenn ich ihr sage, dass sie dieses
Problem allein lösen kann, wird sie
mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit aus einer Menge
von 3 möglichen Lösungen und
1 Fehlentscheidung, die Fehlentscheidung
treffen. Gefolgt von obigem Monolog.
(Also ich muss da nicht mal
was antriggern, sie fängt aufgrund
ihres Ärgers selber damit an.)

Ich weiß auch bis zum heutigen
Tage nicht, wie die Kuchen, die
sie bäckt werden sollen.
An jedem Kuchen meckert
sie rum, dass irgendwas nicht stimmt
und das dies und jenes so nicht
hätte sein sollen (der Rand ist etwas
dunkel, die Kirschen sind versackt
usw.)
Ich sage ihr mittlerweile, sie solle
doch den Kuchen so wie er jetzt ist
Kristina-Kuchen-V1 nennen,
dann bräuchte sie sich nicht
ständig dafür zu entschuldigen,
weil eben genau dieser Kuchen
genauso werden sollte, wei er ist.
(Die Beteuerungen, dass der Kuchen
völlig in Ordnung ist, habe ich vor
Jahren aufgegeben, es ist zwecklos,
sie findet immer noch etwas,
was hätte anders werden sollen.)
Was sie wirklich will bekommt man
zu hören, wenn man ihre Aussagen
bestätig: Stimmt, schmeckt eklig. -
Sie: Aber sooo schlecht ist der doch
gar nicht mir schmeckt er jedenfalls.
Oder?

Dieses Oder? am Satzende von
Aussagesätzen hat sie nebenbei
auch immer. Und nicht nur
rhetorisch - sie will eine Antwort.


Naja, ich kann nicht sagen, dass
ich es nicht teilweise gewusst habe -
Kommilitonen haben mir vorher(tm)
schon diverse Geschichten erzählt.
Die habe ich allerdings nicht geglaubt :-).
Damals nicht.
Ihre Freundin brachte es mal auf den
Punkt mit Ja, sie hat eine tolle
Art jemandem ein schlechtes Gewissen
zu machen.
(Sie bot z.B. auch mal Mitkommilitonen
an in deren Zimmern mal Staub zu wischen :-))


Ok, genug geschwätzt,
ist eh schon vom eigentlichen Thema
weit weg :)


Grüße
André

 1    2    3    4    5    6    7    8    9    10    ›    »