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Erziehungszeit für Vaeter

Autor: "Michel Firholz"
2005-08-08 13:56:42

"Ralf" wrote in message
news:dcq0u3$ruu$1@news1.ewetel.de...
>
> (Tut mir leid, aber auf dem Männer - Wc gibt es kein Wickeltisch ...)
>
In Fussballstadien auch nicht.
Das ist ja ein Fall für Karlsruhe!

fup to de.soc.gleichberechtigung

Erziehungszeit für Vaeter

Autor: Tata
2005-08-23 22:49:24

Erziehungszeit für Vaeter

Autor: Jakob Braun
2005-08-23 22:49:24

> Ich berichte mal von unseren Erfahrungen:
> Mama blieb 1 1/2 Jahre zu Hause, dann Papa für 1 Jahr.
> Ab 2 1/2 wird es vormittags in den Kindergarten gehen, ab Mittag wird dann
> Mama wieder zu Hause sein, weil dann - so Gott will - Nr. 3 das Licht der
> Welt erblickt hat.
> :-)


Hört sich nach ein guten Lösung an.


> 1. Die Beziehung Vater-Sohn ist sehr intensiv und liebevoll.
> Papa ist eben anders, da ist die Nähe eine große Bereicherung. Papa spielt
> engagierter, leidenschaftlicher, kreativer, ausdauernder.
> (Das männliche Prinzip so anhaltend und intensiv erlebt zu haben, kann für
> ein Kind in unserer Gesellschaft, in der Kinder bis zum Ende der
> Grundschulzeit meist keine männliche Bezugsperson (Erzieher, Betreuer,
> Lehrer, Tagesväter) kennengelernt haben, eigentlich nur gut sein.)

Auch wenn ich mit einem maennlichen Prinzip nix anfangen kann, glaube
ich auch,dass beide Eltern die Moeglichkeit haben sollten, ein enge
Bindung zum Kind aufzubauen. Umgekehrt profitiert sicher auch das Kind
davon, zwei Menschen (unterschiedlichen Geschlechts) zu haben, auf die
ein Bezug moeglich ist ... ueber das
Papa-liest-mir-nach-Feierabend-noch-kurz-eine-Gute-Nacht-Geschichte-vor
hinaus.



> 2. Die Beziehung Papa-Mama ist um entscheidene Blickwinkel bereichert
> worden. Mama weiß jetzt, wie Papa sich fühlt, wenn er vom Dienst kommt.
> Papa weiß jetzt, wie Mama sich fühlt, wenn sie den ganzen Tag zu Hause mit
> Kind(ern) war.

Auch ein interessanter Aspekt.
Dass es persoenlich bereichernder fuer beide ist, beide Seiten
(Erwerbsarbeit - Erziehungsarbeit) zu kennen anstatt nur eine, ist auch
einer meiner Hauptgruende, warum ich eine - wie auch immer - geteilte
Loesung vorziehe. Dass die Beziehung zwischen Mutter und Vater dadurch
einfacher wird, kann ich mir - jetzt wo Du das schreibst - auch
vorstellen.


> 3. Papa (ein eigentlich eher zurückhaltener Mensch) leidet keineswegs unter
> der Aufmerksamkeit, die ihm als "Vater in Elternzeit" zuteil wird.
> Für die Kinder anderer Mütter ist er DIE Attraktion: alles strömt zu ihm und
> will mitspielen. Wie gesagt: er spielt mit ganzem Herzen und - das ist der
> Unterschied zu den "Alltags-Müttern" - nicht aus "pädagogischen Gründen".
> Das spüren Kinder. Die Mütter freuen sich, können sie doch mal ungestört
> quatschen... ;-)


Ich (ebenfalls eher zurueckhaltend) wuerde mich als Papa in der Rolle
als |Attraktion| wohl erst zurechtfinden muessen. ;-)



> und Mama
> sollte loslassen können.

Das sollte sie sowieso. Und ich wuerde es als Vater immer als Teil
meiner Rolle ansehen, darauf zu achten, dass Mama das auch lernt:
unabhaengig von der Aufteilung der Erwerbsarbeit glaube ich nicht, dass
einem Kind ein zu starkes "bemuttern" gut bekommt.
Vielleicht muss ja auch meine Frau aufpassen, dass ich in der Rolle des
|hauptamtlich| Erziehenden das Kind nicht zu stark "bevaetere".
(Interessant uebrigens, dass dieses Wort in der deutschen Sprache noch
nicht einmal existiert ;-)



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"Wenn auch die Welt im Ganzen fortschreitet, die Jugend muss doch immer von vorne anfangen."
(Goethe)

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