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Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: "Ralf Gebert"
2006-01-07 05:52:26

"Peter Becker" schrieb im Newsbeitrag
news:43be3241$0$20773$9b4e6d93@newsread4.arcor-online.net...

> Ich erinnere mich zwar nicht an meine eigenen Erlebnisse mit 2, aber als
> ich
> zwischen 6 und 10 in einer "Stadtranderholung" war, mussten wir uns auch
> mittags hinlegen. Ich fand es ätzend langweilig und hätte das darum meinen
> eigenen Kindern nie angetan.

das kenne ich auch noch, das war damals einfach nur "grosser Schwachsinn",
allein schon deswegen überlassen wir unserem Justin selbst die Entscheidung,
denn mit fast 3 1/2 Jahren wird er selbst entscheiden, ob er sich hinlegen
will oder nicht. Will er nicht, ist er halt relativ früh "platt" und dann
legt er sich sowieso freiwillig hin. Man sollte halt persönlich sehen was
das beste für alle Seiten ist, denn unter "Zwang" machen die Kinder mit 2
Jahren soetwas nicht immer problemlos mit.

Gruss
Ralf

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: Tata
2006-01-07 05:53:17

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: "Ralf Gebert"
2006-01-07 05:53:17

"Werner Baderschneider" schrieb im Newsbeitrag
news:dpm58c$ole$1@newsreader3.netcologne.de...

> Er wird, wenn er nicht schläft, irgendwann nachmittags so quengelig und
> unausstehlich, dass mit ihm nichts mehr anzufangen ist. Mit Mittagsschlaf
> ist er bis abends ausgeglichen.

das hat unser Justin ja dann auch, aber da muss er mit Leben, denn man kann
in diesem Alter nichts "erzwingen".

Gruss
Ralf

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: "Ralf Gebert"
2006-01-07 05:54:50

"Christoph Gartmann" schrieb im
Newsbeitrag news:dpm7bh$96n$1@news.BelWue.DE...

> Nun, das kenne ich. Wir hatten ein Bett ohne "Schlupfsprossen", da kamen
> die
> Soehne einfach rein, auch wenn lautstark protestiert wurde. Ansonsten
> blieb die
> Tuer angelehnt, aber es wurde leise in der Wohnung (oder langweilig). Es
> war
> schlicht Ruhe angesagt. Nach fuenf Minuten war Sohnemann dann
> eingeschlafen.

vielleicht klappt das ja noch mit "2 Jahren" unser Justin ist ja 3 1/2 und
wenn wir ihm sagen "leg dich hin" und er will nicht, kann man absolut nichts
machen und zwingen werden wir ihn nicht. Genausowenig wenn er morgens
anstatt um 6 Uhr schon um 5 Uhr mal wach wird, da muss er durch, d.h.
Mittags um 14 Uhr wird er vom Kindergarten abgeholt (hat dann auch zu Mittag
dort gegessen) und dann legt er sich eh freiwillig hin, bzw. schon auf dem
Weg vom Kindergarten nach Hause schläft er ein.

Gruss
Ralf

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: gartmann@non.immunbio.mpg.de.sens (Christoph Gartmann)
2006-01-07 13:14:28

In article , "Ralf Gebert" writes:
>"Christoph Gartmann" schrieb im
>Newsbeitrag news:dpm7bh$96n$1@news.BelWue.DE...
>
>> Nun, das kenne ich. Wir hatten ein Bett ohne "Schlupfsprossen", da kamen
>> die
>> Soehne einfach rein, auch wenn lautstark protestiert wurde. Ansonsten
>> blieb die
>> Tuer angelehnt, aber es wurde leise in der Wohnung (oder langweilig). Es
>> war
>> schlicht Ruhe angesagt. Nach fuenf Minuten war Sohnemann dann
>> eingeschlafen.
>
>vielleicht klappt das ja noch mit "2 Jahren" unser Justin ist ja 3 1/2 und
>wenn wir ihm sagen "leg dich hin" und er will nicht, kann man absolut nichts
>machen und zwingen werden wir ihn nicht. Genausowenig wenn er morgens
>anstatt um 6 Uhr schon um 5 Uhr mal wach wird, da muss er durch, d.h.
>Mittags um 14 Uhr wird er vom Kindergarten abgeholt (hat dann auch zu Mittag
>dort gegessen) und dann legt er sich eh freiwillig hin, bzw. schon auf dem
>Weg vom Kindergarten nach Hause schläft er ein.

Nun, mit 3,5 war bei uns bei allen vier Kindern der Mittagsschlaf definitiv
vorbei. Aber gerade 2 ist so ein Alter, da fehlt oft die Einsicht und
argumentativ ist da auch nur wenig moeglich. Der Punkt Schlaf faellt fuer mich
da in die Rubrik wie "auf die Strasse rennen". Da gibt es keinen Freiheitsgrad
in diesem Alter. Ist zwar am Anfang etwas anstrengend, zahlt sich aber spaeter
aus.

Viele Gruesse
Christoph Gartmann

--
Max-Planck-Institut fuer Phone : +49-761-5108-464 Fax: -452
Immunbiologie
Postfach 1169 Internet: gartmann@immunbio dot mpg dot de
D-79011 Freiburg, Germany
http://www.immunbio.mpg.de/home/menue.html

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: Willibald Papesch
2006-01-07 15:14:30

Christoph Gartmann wrote:
[...]
> Nun, mit 3,5 war bei uns bei allen vier Kindern der
> Mittagsschlaf definitiv vorbei. Aber gerade 2 ist so ein Alter,
> da fehlt oft die Einsicht und argumentativ ist da auch nur wenig
> moeglich. Der Punkt Schlaf faellt fuer mich da in die Rubrik wie
> "auf die Strasse rennen". Da gibt es keinen Freiheitsgrad in
> diesem Alter. Ist zwar am Anfang etwas anstrengend, zahlt sich
> aber spaeter aus.

Das ist die Frage.

Es ist auch das Alter, in dem sich grundlegende persönliche
Rhythmen entwickeln. Fremdsteuerung kann diese Entwicklung
empfindlich bis schwerwiegend stören.

Die weit verbreiteten Schlafprobleme in unserer Gesellschaft
fallen nicht vom Himmel.

Gruß
Willibald

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: gartmann@non.immunbio.mpg.de.sens (Christoph Gartmann)
2006-01-07 15:57:45

In article , Willibald Papesch writes:
>Christoph Gartmann wrote:
>[...]
>> Nun, mit 3,5 war bei uns bei allen vier Kindern der
>> Mittagsschlaf definitiv vorbei. Aber gerade 2 ist so ein Alter,
>> da fehlt oft die Einsicht und argumentativ ist da auch nur wenig
>> moeglich. Der Punkt Schlaf faellt fuer mich da in die Rubrik wie
>> "auf die Strasse rennen". Da gibt es keinen Freiheitsgrad in
>> diesem Alter. Ist zwar am Anfang etwas anstrengend, zahlt sich
>> aber spaeter aus.
>
>Das ist die Frage.
>
>Es ist auch das Alter, in dem sich grundlegende persönliche
>Rhythmen entwickeln. Fremdsteuerung kann diese Entwicklung
>empfindlich bis schwerwiegend stören.
>
>Die weit verbreiteten Schlafprobleme in unserer Gesellschaft
>fallen nicht vom Himmel.

Bis jetzt hat aber keiner Schlafprobleme. Vielleicht etwas deutlicher: wir
hatten einen, der von sich aus sagte "Mama Bett"; die anderen drei waren so,
dass sie total fertig waren, Fehler machten (umfallen, Spielzeug kaputt,
staendig heulen, Kopf anstossen...). Sie in dem Zustand bis zum Abend
durchzuziehen war kein Spass. Da sind sie dann um fuenf oder frueher irgendwo
einfach so in einer Ecke eingeschlafen, wachten mitten in der Nacht wieder
auf, etc. . Hat man sie dagegen hingelegt, gab es anfangs Gezeter, aber dann
schliefen sie. Das scheint mir nach wie vor fuer beide Seiten bekoemmlicher.

Ein regelmaessiger Rhythmus war zudem hilfreich. Es war ausserdem dann so,
dass das auch nur eine Phase war. Sobald klar war, dass man dann und dann
ins Bett kam, war es kein Thema mehr. Umgekehrt war auch deutlich merkbar,
wann kein Mittagsschlaf mehr noetig war.

Viele Gruesse
Christoph Gartmann

--
Max-Planck-Institut fuer Phone : +49-761-5108-464 Fax: -452
Immunbiologie
Postfach 1169 Internet: gartmann@immunbio dot mpg dot de
D-79011 Freiburg, Germany
http://www.immunbio.mpg.de/home/menue.html

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: Werner Baderschneider
2006-01-07 17:13:25

Christoph Gartmann schrieb:
> Ralf Gebert writes:
>>Christoph Gartmann schrieb
[Einleitungsromane gekürzt]

>>>Nun, das kenne ich. Wir hatten ein Bett ohne "Schlupfsprossen", da kamen
>>>die
>>>Soehne einfach rein, auch wenn lautstark protestiert wurde. Ansonsten
>>>blieb die
>>>Tuer angelehnt, aber es wurde leise in der Wohnung (oder langweilig). Es
>>>war
>>>schlicht Ruhe angesagt. Nach fuenf Minuten war Sohnemann dann
>>>eingeschlafen.
>>
>>vielleicht klappt das ja noch mit "2 Jahren" unser Justin ist ja 3 1/2 und
>>wenn wir ihm sagen "leg dich hin" und er will nicht, kann man absolut nichts
>>machen und zwingen werden wir ihn nicht.

Ich denke mal, soo klappt das nicht. Da kriegt man nur lautstarken
Protest bis (hier jedenfalls) zur Hysterie.

> Nun, mit 3,5 war bei uns bei allen vier Kindern der Mittagsschlaf definitiv
> vorbei. Aber gerade 2 ist so ein Alter, da fehlt oft die Einsicht und
> argumentativ ist da auch nur wenig moeglich.

Überraschenderweise geht schon ein bischen was. Ich hab ihn heute mittag
einfach mal hochgenommen, erklärt, dass jetzt Mittagsruhe ist und alle
sich ausruhen (->PROTEST!), Kopf auf die Schulter gelegt (war halt doch
müde), im Schaukelstuhl geschaukelt, bis er sich beruhigt hat. Beim
Hinlegen ins Bett war dann nochmal Protest angesagt, aber man konnte
tatsächlich argumentieren bzw. Einsicht vermitteln. Und nach einem
kleinen Kuhhandel ("Noch einmal rumtragen, aber dann wird Mittagsschlaf
gemacht") hats tatsächlich geklappt. Mit offenen Augen ins Bett gelegt
und nach 5 Min. war er ohne Jammern weggeratzt.

Hätten wir eigentlich auch schon früher haben können. Aber Autofahren
war halt so einfach und verläßlich.

> Der Punkt Schlaf faellt fuer mich
> da in die Rubrik wie "auf die Strasse rennen".

Ganz so drastisch seh ichs nicht, aber es ist jedenfalls für alle
Beteiligten besser, wenn ein gewisser Rythmus existiert. Und der stellt
sich halt nicht von alleine ein, sondern braucht eine gewisse
Fremdeinwirkung.

Jedenfalls sieht der Ansatz "Zur Ruhe kommen lassen, erklären, hinlegen"
vielversprechend aus. Mal sehen, ob er sich nächstes Wochenende noch
dran erinnert. ;-)

Grüße
Werner

Mittagsschlaf bei =?ISO-8859-15?2-jährigem

Autor: Willibald Papesch
2006-01-07 17:30:14

Christoph Gartmann wrote:

> In article , Willibald Papesch
> writes:
>>Christoph Gartmann wrote:
>>[...]

>>> [Aber gerade 2 ist so ein
>>> Alter, da fehlt oft die Einsicht und argumentativ ist da auch
>>> nur wenig moeglich ... Da gibt es keinen
>>> Freiheitsgrad in diesem Alter.]
>>
>>Das ist die Frage.
>>
>>Es ist auch das [Alter der Entwicklung grundlegender
>>persönlicher Rhythmen]

>>Die weit verbreiteten Schlafprobleme in unserer Gesellschaft
>>fallen nicht vom Himmel.
>
> Bis jetzt hat aber keiner Schlafprobleme.

/Zynismus an
Was nicht ist, kann noch werden.
Zynismus aus/

Ernsthaft:

- Die weitverbreiteten Schlafprobleme in unserer Gesellschaft sind
Fakt und verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden.

- Vor allem Jugendliche haben sehr häufig große Schwierigkeiten,
einen Weg durch das fremdverordnete "Du musst jetzt schlafen" und
dem durchaus vorhandenen Schlafbedürfnis zu einem "Ich schlafe
jetzt auch" zu finden.

- Unsere beiden Kinder hatten und haben völlig unterschiedliche
Schlafrhythmen. Sie beide in eine festes Zeitraster zu zwingen,
wäre reine Willkür (gewesen).

> Vielleicht etwas
> deutlicher: wir hatten einen, der von sich aus sagte "Mama
> Bett"; die anderen drei waren so, dass sie total fertig waren,
> Fehler machten (umfallen, Spielzeug kaputt, staendig heulen,
> Kopf anstossen...).

Danke für die Differenzierung.
Deine bisherigen Ausführungen klangen für mich so, als sei ein "Du
hast jetzt zu schlafen" die Lösung für immer und alle .

> Sie in dem Zustand bis zum Abend
> durchzuziehen war kein Spass. Da sind sie dann um fuenf oder
> frueher irgendwo einfach so in einer Ecke eingeschlafen, wachten
> mitten in der Nacht wieder auf, etc. . Hat man sie dagegen
> hingelegt, gab es anfangs Gezeter, aber dann schliefen sie. Das
> scheint mir nach wie vor fuer beide Seiten bekoemmlicher.
>
> Ein regelmaessiger Rhythmus war zudem hilfreich.

Die Frage ist, wessen Problem du durch Fremdsteuerung löst:

- das Problem der Eltern, die - aus welchen Gründen auch immer -
wollen , dass das Kind *jetzt* schläft

- das des Kindes, das auf der Suche nach seinem Rhythmus ist und
dafür sehr viele Zeit braucht, d. h. Wochen und Monate und dem
diese Zeit der Suche und Selbstfindung dann fehlt.

Außerdem schriebst du, wenn ich es richtig erinnere, dass während
dieser Mittagsschlafzeit die Familie sich ruhig zu verhalten
habe. Die darin enthaltene Botschaft lautet auch: Während seine
Majestät, das Kind, schläft, haben sich dem alle unterzuordnen.

Gegenbeispiel:
Im Fernsehen sah ich vor einiger Zeit ein Interview, gesendet aus
einer Wohnung. Man kann sich vorstellen, was während einer
solchen Aufnahme in einem kleinen Wohnzimmer los ist.

Der Interviewte saß auf dem Sofa und sprach mit dem Reporter,
währenddessen schlief sein etwa dreijähriges Kind auf seiner
Brust liegend tief und fest und ohne sich auch nur einmal zu
regen.

Alle Beteiligten wahrten ihre Interessen und kamen zu ihrem Recht.

Gruß
Willibald

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