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Re: Wie reagieren bei "Baby-Grapschern"?

Autor: "Karsten Moldau"
2006-06-06 10:24:54

> Warum sollte ich, solange es Deine Intention ist zu beleidigen, Du
> mich aber am

Re: Wie reagieren bei "Baby-Grapschern"?

Autor: Tata
2006-06-06 10:41:36

Re: Wie reagieren bei "Baby-Grapschern"?

Autor: "Karsten Moldau"
2006-06-06 10:41:36

> Weiter oben im Thread hat noch fast jedes Deiner Postings
> zwei oder drei Poster dazu veranla

Re: Wie reagieren bei "Baby-Grapschern"?

Autor: Peter Bruells
2006-06-06 21:04:53

"Karsten Moldau" writes:


> Inzwischen ist es ja klar, dass in dem Thread viele aneinander
> vorbei geredet haben. Alle stören sich daran, wenn ein Kind aus dem
> Schlaf geweckt und geärgert wird. Einige aber finden, man müsse,
> wenn man ein Kind, dass gerade Löcher in die Luft guckt, anfassen
> möchte, soll man sich die Erlaubnis der Eltern holen, was meiner
> Meinung nach übertrieben ist.

Und nach unserer Meinung eben nicht. In diesem Kulturkreis ist das
ungenehmigte Anfassen von Menschen oftmals unerwünscht. Warum dem ost
ist und warum das für gut gehalten wird, dafür gibt es - über das
Stören schlafender Säuglunge hinaus - begründete Ansichten.

Deine Hauptargumente sind "es schadet nicht" und "fremde Menschen
haben ein Recht darauf, fremde Kinder zu berühren". Diese Argumente
überzeugen halt nicht jeden und warum Deine Frau in die Weichteile
treten dürfen soll, Du aber erwartest, daß Eltern ggf. nicht
überreagieren - gerade ihr Beschützerinstinkt ist berechtigter als der
des unerwünscht anfassenden - ist mir halt auch noch unklar.

Wobei, ich muß gestehen, daß ich Kinder schon ungefragt angefaßt
habe. Es erschien mir zumidest geboten anzuhalten und den
Vierjährigen, den ich allein an vielbefahreren Straße fand, zum
nächsten Haus zu führen. Bevor wieder irgendwelche absurden Ideen
über unter Windeln erstickenden Kindern gebracht werden.

Bei Frauen ist es in der Tat anders, wenn keien akute Gefährdung
vorliegt. Selbst der gebrechlichsten Dame oder schwangersten Frau, der
ich beim Einsteigen in Zug oder Bahn helfe, würde ich nicht ohne ein
"Darf ich?" meine Berührung aufnötigen. Und im Gegenzug säße eine
fremde Frau, die versucht mich zu küssen, sehr schnell auf ihren vier
Buchstaben, wenn es ungeschickt läuft.

Ja, natürlich sind manche Kinder einfach zum knuddeln. So hat es die
Evolution gerichtet. Aber meiner Ansicht nach ist es sehr wichtig,
daß Kinder von vornerherein wissen, daß sie "nein" sagen dürfen, wenn
sie bestimmte Zuwendungen nicht möchten. Darunter fällt für mich
übrigens auch, daß Eltern ihre Kinder eben nicht dazu anhalten, bei
Tante/Onkel/Oma/Opa auf dem Schoß zu bleiben und Küßchen zu geben.
Und auch, daß sie eben nicht jene abknuddeln, die das nicht wollen.
Diesen frühzeitigen Respekt von der persönlichen Intimsphäre - der ja
keineswegs Intimiät ausschließt - halte ich für die Entwicklung einer
Bürgergesellschaft, in der das Individuum mehr ist als Teil einer
Familie, eines Klans oder Stammem, der vereinnahmt werden kann, für
unverzichtbar.

Je älter Kinder sind, desto besser können sie das selbst entscheiden -
genau das sollen sie ja. Als Säugling sind eben die Eltern für sie
da, die entsprechend filtern. Und just jenen Punkt, daß das Einholen
der Erlaubnis bei den Eltern trivial ist, ignorierst Du konsequent.

Wenn Du nur aussagen möchtest, daß es einige Eltern gibt, die
grundsätzlich überreagieren - ja, da hast Du wohl recht. Habe ich kein
Problem mit. Aber dieser eine Punkt - die Erlaubnis der Eltern, die
in den meisten Fällen eh gerne erteilt wird - ist in meinem Weltbild
ebensowenig verhandelbar wir die Gleichberechtigng der Frau, das
Verbot von Folter und Todesstrafe und freie, geheime Wahlen. Und
übrigens auch, daß Eltern bestimmen können, was ihre Kinder essen.
Spätestens mit 14 dürfen sie ja selbst Schweinefleisch kaufen, wenn
sie das denn wollen und außer bei schlampigen Veganern sind sie
keineswegs stärker gefährdet als wenn omnivore Eltern sie such mit
Fett und Zucker vollstopfen lassen.


> Es sind nur Meinungen gefragt, eventuell wissenschaftlich fundierte
> Fakten.

Die Meinungen wurden genannt und zur Kenntnis genommen.
"Wissenschaftlch fundiert"..., was möchtest Du hören? Daß man in
südlichen Ländern näher an die Leute hernangeht? Ja, ist halt so. Muß
man doch nicht mögen oder nachmachen.

> Ihr(Du und Brühls) versucht hier auf krampfhafte Weise die
> Disskussion in die Länge zu ziehen, weil wie sonst kann man sich das
> erklären, dass Herr Brühls mit einer Meinung, die hier zu dem Thema
> nichts beiträgt, ankommt, wovon er weiss, dessen exaktes Gegenteil
> ich vertrete.

Ich habe darauf verzichtet, auf Dein "Letzter!" zu antworten, weil da
in der Tat nichts sinvolles zu antworten war. Warum ich das Beispiel
des Vegetarismus - sofern Du Dich darauf beziehst, eingebracht hatte
ich es übrigens nicht - ausgearbeitet habe, hatte ich erläutert. Es
war ein Beitrag mit Bezug zum Thema, im Gegensatz zu eher bemühten
Retourkutschen wie Hinweisen auf Comics oder
Nicht-Streicheln. (Letzteres habe ich übrigens bis jetzt nicht
verstanden.)


Schlußendlich weise Dich übrigens darauf hin, daß selbst bei korrekter
Schreibung oder Aussprache eines Nachnamens - in diesem Fall "Brülls",
nicht "Brüls" oder "Brühls", danke - die Verwendung ohne Anrede oder
Vorname in den meisten Teilen Deutschlands als Unhöflichkeit gesehen
wird, wenn der Betroffene anwesend ist. Im Kontext Usenet, wo das
Duzen üblich ist, übrigens auch die Form "Herr Brülls". Es geht da
einfach ein wenig ins lächerliche.

Ganz allgemein glaube ich nicht, daß Du irgendwann mal in Bezug auf
Deine Tochter mal ein "Die Moldau hat..." hören möchtest. Selbst in
den südlichen Regionen Deutschlands läßt man da den Vornamen nicht weg.