Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Willibald Papesch schrieb:
> Simon wrote:
>
>> Willibald Papesch schrieb:
>> Man sollte simple und einfach erfüllbare Wünsche seiner
Kinder
>> respektieren.
>
> In diesem Punkt hast du in mir einen Verbündeten ohne Wenn und
> Aber.
>
>> In diesem konkreten Fall muss man erahnen, wie der
>> Wunsch sein könnte. Vermutet man richtig, ist es immer gut.
>> Irrt man sich, und das Kind will die Bilder nicht im Internet
>> sehen, kann man es nicht rückgängig machen.
>> Irrt man sich, und das Kind will die Bilder doch im Internet
>> sehen, hat man nichts verloren und man kann es ggf. nachholen.
>>
>> Ist das kein Argument?
>
> Zumindest stecken dahinter achtenswerte Überlegungen. Bei einem
> Utlraschallfoto allerdings scheinen sich auch mir etwas zu
> ernsthaft.
Wehret den Anfängen :-)
Dass es nicht nur um das Ultraschallfoto geht, ist ja jetzt geklärt.
Vielleicht
sind meine Überlegungen hier zu ernsthaft, aber eine Diskussion ist ja
immer
auch ein Meinungsbildungsprozess, und ich fange da gerne vom Rand an. Das
stellt
die eigene Position am härtesten auf die Probe, und man kann
tatsächlich auch
selbst noch was lernen.
>>> - Du hast sogar Menschenrechte noch nicht Geborener ihm gegen
>>> über als Argument eingeführt. Zu den Menschenrechten
bereits
>>> Geborener
>> Um das nochmal klarzustellen: Es ging mir ja nicht bloß um das
>> Ultraschallbild, sondern auch darum, dass Pit, wie er bereits
>> gesagt hat, plant, weitere Bilder zu veröffentlichen. Das ist
>> dann wohl das Menschenrecht eines geborenen Menschen.
>
> Unstreitig. Aber auch hier kann man unterschiedlicher Meinung
> sein.
Die Meinung sei Dir und jedem gegönnt und respektiert, wenn auch ich die
meine
behalten darf.
Guck, wie langweilig eine Diskussion wird, wenn man zu sanft ist :-)
Cheers,
Simon
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Willibald Papesch wrote:
> Zumindest stecken dahinter achtenswerte Überlegungen. Bei einem
> Utlraschallfoto allerdings scheinen sich auch mir etwas zu
> ernsthaft.
ACK. Das finde ich auch etwas zu weit. Ich wüßte zwar nicht, wozu
ich
Ultraschallbilder meines Kindes veröffentlichen sollte, aber sehe auch
nicht groß, was dagegen spräche.
Sehr vorsichtig wäre ich bei Bildern, die mir zwar witzig bzw. niedlich
vorkommen mögen, aber für das Kind würdeverletzend sein
/können/ (z.B.
Schnappschüsse beim Niesen, Gähnen, Singen [1] ...) - die
gehören IMHO
auch nicht in eine öffentlich ausgestellte Familienbilder-Galerie.
Immer damit rechnen, daß Kinder, die meines ärgern möchten,
gezielt
nach solchem "Material" suchen.
Die stellvertretende Wahrnehmung des Rechts am eigenen Bild gibt dem
gesetzlichen Vertreter nicht das Recht, wahllos zu veröffentlichen,
sondern vielmehr die Pflicht, im Sinne des Kindes über die Nutzung von
dessen Abbildungen zu entscheiden.
vG
[1] Von mir hat mal jemand beim Singen ein Foto gemacht, als ich gerade
ein "sch" sprach. Es sieht aus, als würde ich mir mit dem
Mikro die
Zähne putzen.
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Volker Gringmuth wrote:
> Willibald Papesch wrote:
>
>> Zumindest stecken dahinter achtenswerte Überlegungen. Bei einem
>> Utlraschallfoto allerdings scheinen sich auch mir etwas zu
>> ernsthaft.
>
> ACK. Das finde ich auch etwas zu weit. Ich wüßte zwar nicht,
> wozu ich Ultraschallbilder meines Kindes veröffentlichen sollte,
> aber sehe auch nicht groß, was dagegen spräche.
>
> Sehr vorsichtig wäre ich bei Bildern, die mir zwar witzig bzw.
> niedlich vorkommen mögen, aber für das Kind würdeverletzend
sein
> /können/ (z.B. Schnappschüsse beim Niesen, Gähnen, Singen
[1]
> ...) - die gehören IMHO auch nicht in eine öffentlich
> ausgestellte Familienbilder-Galerie. Immer damit rechnen, daß
> Kinder, die meines ärgern möchten, gezielt nach solchem
> "Material" suchen.
>
> Die stellvertretende Wahrnehmung des Rechts am eigenen Bild gibt
> dem gesetzlichen Vertreter nicht das Recht, wahllos zu
> veröffentlichen, sondern vielmehr die Pflicht, im Sinne des
> Kindes über die Nutzung von dessen Abbildungen zu entscheiden.
>
>
> vG
>
> [1] Von mir hat mal jemand beim Singen ein Foto gemacht, als ich
> [gerade
> ein "sch" sprach. Es sieht aus, als würde ich mir mit
dem
> Mikro die Zähne putzen.
Ich stimme dir in allen Punkten zu. Doch da wird es natürlich sehr
grundsätzlich. Denn streng genommen betrifft das ja auch alles,
was ich z. B. über meine Kinder - allerdings mit ihrer Zustimmung
- hier berichte. Mir ist dabei ja auch nicht ganz wohl.
Andererseits sind rein theoretische Ausführungen im
Erziehungsbereich fast Muster ohne Wert. Ein typischer Fall war
mein Bericht, dass Dreijährige selbstverständlich mit einem
richtigen Bügeleisen richtig bügeln können, was vielen einfach
unvorstellbar schien und eine geballte Ladung hämischer Kritik
("Papeschs Wunderkinder") auf mich zog. Erst das veröffentlichte
Filmchen hatte die nötige Überzeugungskraft.
Dabei lautet meine Botschaft ja nicht, wie regelmäßig
unterstellt:*Meine* Kinder können das, sondern: *Alle* Kinder
könn(t)en das.
Eltern sind gegenwärtig - so las ich gerade in unserer Zeitung -
verunsichert wie noch nie zuvor, theoretischen Modelle,
moralischen Appelle und Missionsversuchen unterschiedlichster
Färbung ausgesetzt. Hier können Mut und Bereitschaft vielleicht
ein wenig helfen, eigene Erfahrungen nachvollziehbar mitzuteilen.
Willibald
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Simon wrote:
> Willibald Papesch schrieb:
>> Simon wrote:
>>
>>> Willibald Papesch schrieb:
>>> Man sollte simple und einfach erfüllbare Wünsche seiner
Kinder
>>> respektieren.
>>
>> In diesem Punkt hast du in mir einen Verbündeten ohne Wenn und
>> Aber.
>>
>>> In diesem konkreten Fall muss man erahnen, wie der
>>> Wunsch sein könnte. Vermutet man richtig, ist es immer gut.
>>> Irrt man sich, und das Kind will die Bilder nicht im Internet
>>> sehen, kann man es nicht rückgängig machen.
>>> Irrt man sich, und das Kind will die Bilder doch im Internet
>>> sehen, hat man nichts verloren und man kann es ggf. nachholen.
>>>
>>> Ist das kein Argument?
>>
>> Zumindest stecken dahinter achtenswerte Überlegungen. Bei einem
>> Utlraschallfoto allerdings scheinen sich auch mir etwas zu
>> ernsthaft.
>
> Wehret den Anfängen :-)
> Dass es nicht nur um das Ultraschallfoto geht, ist ja jetzt
> geklärt. Vielleicht sind meine Überlegungen hier zu ernsthaft,
> aber eine Diskussion ist ja immer auch ein
> Meinungsbildungsprozess, und ich fange da gerne vom Rand an. Das
> stellt die eigene Position am härtesten auf die Probe, und man
> kann tatsächlich auch selbst noch was lernen.
>
>>>> - Du hast sogar Menschenrechte noch nicht Geborener ihm gegen
>>>> über als Argument eingeführt. Zu den Menschenrechten
bereits
>>>> Geborener
>>> Um das nochmal klarzustellen: Es ging mir ja nicht bloß um
das
>>> Ultraschallbild, sondern auch darum, dass Pit, wie er bereits
>>> gesagt hat, plant, weitere Bilder zu veröffentlichen. Das ist
>>> dann wohl das Menschenrecht eines geborenen Menschen.
>>
>> Unstreitig. Aber auch hier kann man unterschiedlicher Meinung
>> sein.
>
> Die Meinung sei Dir und jedem gegönnt und respektiert, wenn auch
> ich die meine behalten darf.
>
> Guck, wie langweilig eine Diskussion wird, wenn man zu sanft ist
> :-)
Also ich finde eine Diskussion erst richtig spannend, wenn die
Köpfe rauchen, nicht wenn die Mäuler überschäumen. ;-))
Willibald
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Willibald Papesch schrieb:
> Ich stimme dir in allen Punkten zu. Doch da wird es natürlich sehr
> grundsätzlich. Denn streng genommen betrifft das ja auch alles,
> was ich z. B. über meine Kinder - allerdings mit ihrer Zustimmung
> - hier berichte. Mir ist dabei ja auch nicht ganz wohl.
Guter Punkt, hab ich auch schon dran gedacht. Es ist z.B. auch eine
Gratwanderung, wenn Leute Erziehungsbücher schreiben und dabei Beispiele
aus
ihrer eigenen Familie geben. Deshalb schreibe ich hier z.B. auch nur mit meinem
Vornamen, was immerhin ein bisschen nützt, aber den Nachteil hat, dass es
einige
Leute verärgert. Jaja, die ewige Realnamendiskussion... :-)
> Andererseits sind rein theoretische Ausführungen im
> Erziehungsbereich fast Muster ohne Wert. Ein typischer Fall war
ACK.
> mein Bericht, dass Dreijährige selbstverständlich mit einem
> richtigen Bügeleisen richtig bügeln können, was vielen
einfach
> unvorstellbar schien und eine geballte Ladung hämischer Kritik
> ("Papeschs Wunderkinder") auf mich zog. Erst das
veröffentlichte
> Filmchen hatte die nötige Überzeugungskraft.
Aber mit Dreijährigen -- besonders mit denen, die Bügeln können
-- kann man das
ja auch absprechen, oder?
Cheers,
Simon
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Simon wrote:
> Willibald Papesch schrieb:
>> Ich stimme dir in allen Punkten zu. Doch da wird es natürlich
>> sehr grundsätzlich. Denn streng genommen betrifft das ja auch
>> alles, was ich z. B. über meine Kinder - allerdings mit ihrer
>> Zustimmung - hier berichte. Mir ist dabei ja auch nicht ganz
>> wohl.
>
> Guter Punkt, hab ich auch schon dran gedacht. Es ist z.B. auch
> eine Gratwanderung, wenn Leute Erziehungsbücher schreiben und
> dabei Beispiele aus ihrer eigenen Familie geben. Deshalb
> schreibe ich hier z.B. auch nur mit meinem Vornamen, was
> immerhin ein bisschen nützt, aber den Nachteil hat, dass es
> einige Leute verärgert. Jaja, die ewige Realnamendiskussion...
> :-)
>
>> Andererseits sind rein theoretische Ausführungen im
>> Erziehungsbereich fast Muster ohne Wert. Ein typischer Fall war
>
> ACK.
>
>> mein Bericht, dass Dreijährige selbstverständlich mit einem
>> richtigen Bügeleisen richtig bügeln können, was vielen
einfach
>> unvorstellbar schien und eine geballte Ladung hämischer Kritik
>> ("Papeschs Wunderkinder") auf mich zog. Erst das
>> veröffentlichte Filmchen hatte die nötige
Überzeugungskraft.
>
> Aber mit Dreijährigen -- besonders mit denen, die Bügeln
können
> -- kann man das ja auch absprechen, oder?
Selbstverständlich.
In meinem Fall kannst du +30 rechnen. :-)
Da *muss* man es absprechen, es könnte sonst schwierig werden.
Vor dreißig Jahren - irreal - hätte ich das wahrscheinlich nicht
ins Netz gestellt.
Willibald
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Willibald Papesch schrieb:
> Vor dreißig Jahren - irreal - hätte ich das wahrscheinlich
nicht
> ins Netz gestellt.
Vor 30 Jahren hatte mein Großvater seinen gefürchteten
Familienrundbrief - ebenfalls ein Ausbund an Exhibitionismus, wenn
auch für eine geschlossene Benutzergruppe - schon von nach Spiritus
stinkender Matritzentechnik auf fortschrittliche und zum Leidwesen so
einiger Familienmitglieder sogar halbwegs fototaugliche Fotokopien
umgestellt.
Jens
Hallo d.s.f.k.! Ich werde Papi :-))
Jens Arne Maennig wrote:
> Willibald Papesch schrieb:
>
>> Vor dreißig Jahren - irreal - hätte ich das wahrscheinlich
>> nicht ins Netz gestellt.
>
> Vor 30 Jahren hatte mein Großvater seinen gefürchteten
> Familienrundbrief - ebenfalls ein Ausbund an Exhibitionismus,
> wenn auch für eine geschlossene Benutzergruppe - schon von nach
> Spiritus stinkender Matritzentechnik auf fortschrittliche und
> zum Leidwesen so einiger Familienmitglieder sogar halbwegs
> fototaugliche Fotokopien umgestellt.
Das geschah damals auch in den Schulen - mit bis heute
weitreichenden Folgen:
- kaum eine Lehrkraft kann noch eine vorzeigbare, aussgekräftige
Tafelzeichnung (sehr viele auch keinen durchdachten, lesebaren
Tafelanschrieb). Damit fehlt der Zwang, von vorneherein den Stoff
auf das Wesentliche, Darstell- und Vermittelbare zu reduzieren.
- In der Fülle der Arbeitsblätter ist Übersicht kaum zu
bewahren.
Das Wesentlich versinkt in der Flut von Nebensächlichkeiten.
- Die Schreibfertigkeit bei Schülern/innen ging rapide zurück, da
vielleicht insgesamt nur noch etwa 10% geschrieben wird im
Vergleich zu dem, was damals unumgänglich war.
Willibald