Wilhelm Busch Gedicht lernen
Hallo,
ich brauche mal Eure Hilfe bei folgendem Problem:
Sohn (9) soll für die Schule ein Gedicht auswendig lernen.
Ich denke mir, wenn er es versteht (was ja bei Gedichten bekanntlich
eher schwierig ist), kann er es sich auch besser merken, weil er ja
dann weiß, was dem Sinn nach als nächstes kommen muss.
So, ich also voller Elan angefangen, ihm das zu erklären... und musste
bereits nach 2 Zeilen feststellen, dass ich es selber nicht verstehe
*schäm.
Darum wollte ich Euch bitten, es mir zu erklären, damit ich es
meinem Sohn erklären kann. Es ist von Wilhelm Busch und geht
folgendermaßen:
Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
Als die drei Weisen aus Morgenland
Und ließ sich dünken und wäre wohl nie
Dem Sternlein nachgereist wie sie;
Dennoch, wenn uns das Weihnachtsfest
Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
Er mag es merken oder nicht,
Ein freundlicher Strahl
Vom Wunderstern von dazumal.
Also bitte, wer ist nun schlauer als die drei Weisen? Der Stern? Oder
wer? Was will der Herr Busch uns damit sagen?
Ich danke im Voraus für Eure - hoffentlich geistvollen - Antworten,
Grüße
Elisabeth
Wilhelm Busch Gedicht lernen
Wilhelm Busch Gedicht lernen
> Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
>
> Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
> Als die drei Weisen aus Morgenland
> Und ließ sich dünken und wäre wohl nie
> Dem Sternlein nachgereist wie sie;
> Dennoch, wenn uns das Weihnachtsfest
> Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
> Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
> Er mag es merken oder nicht,
> Ein freundlicher Strahl
> Vom Wunderstern von dazumal.
>
> Also bitte, wer ist nun schlauer als die drei Weisen? Der Stern? Oder
> wer? Was will der Herr Busch uns damit sagen?
Hier mal meine freie Interpretation.
Auch wenn jemand nicht an die Geschichte mit dem Jesuskind, den heiligen
drei Königen und dem Stern von Betlehem glaubt - also nicht religiös
ist,
beeinflusst ihn dennoch das Weihnachtfest positiv.
Also man muß nicht "glauben" um Freude an Weihnachten zu haben
bzw. anderen
Freude zu bringen.
--
Ciao
Heiko
http://www.linkshaender.de
Wilhelm Busch Gedicht lernen
"Elisabeth Marquardt" schrieb im
Newsbeitrag
news:bqtnpk$fn9$06$1@news.t-online.com...
> Hallo,
> ich brauche mal Eure Hilfe bei folgendem Problem:
>
> Sohn (9) soll für die Schule ein Gedicht auswendig lernen.
> Ich denke mir, wenn er es versteht (was ja bei Gedichten bekanntlich
> eher schwierig ist), kann er es sich auch besser merken, weil er ja
> dann weiß, was dem Sinn nach als nächstes kommen muss.
> So, ich also voller Elan angefangen, ihm das zu erklären... und
musste
> bereits nach 2 Zeilen feststellen, dass ich es selber nicht verstehe
> *schäm.
>
> Darum wollte ich Euch bitten, es mir zu erklären, damit ich es
> meinem Sohn erklären kann. Es ist von Wilhelm Busch und geht
> folgendermaßen:
>
> Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
>
> Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
> Als die drei Weisen aus Morgenland
> Und ließ sich dünken und wäre wohl nie
> Dem Sternlein nachgereist wie sie;
> Dennoch, wenn uns das Weihnachtsfest
> Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
> Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
> Er mag es merken oder nicht,
> Ein freundlicher Strahl
> Vom Wunderstern von dazumal.
>
> Also bitte, wer ist nun schlauer als die drei Weisen? Der Stern? Oder
> wer? Was will der Herr Busch uns damit sagen?
>
Leicht modernisiert ist es vielleicht besser zu lesen?
Auch wenn nun einer schlauer wär
Als damals die drei berühmten Neger
Und dächte nach und würd deswegen
Nicht so religiöse Träume hegen.
So würde doch das Weihnachtsfest gleichfalls
ihm etwas Freude bringen an den Hals
Er mag es merken oder nicht
der Stimmung entgeht er nicht.
Arg holprig ;-)
Naja, deswegen war Wihelm Busch ja auch ein Dichter.
> Ich danke im Voraus für Eure - hoffentlich geistvollen - Antworten,
> Grüße
> Elisabeth
>
Wolf
Wilhelm Busch Gedicht lernen
Elisabeth Marquardt (bsneopoly@hotmail.com) wrote:
> Also bitte, wer ist nun schlauer als die drei Weisen? Der Stern? Oder
> wer? Was will der Herr Busch uns damit sagen?
Das sprachliche Grundgerüst ist "Hätt einer auch fast noch mehr
Verstand ... dennoch ... fällt auch auf sein verständig Gesicht ...
ein
freundlicher Strahl ..."
Vielleicht kommst Du damit weiter. Im übrigen sei Dir für solche
Fragen
die Newsgroup de.etc.sprache.deutsch ans Herz gelegt.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Es ist schwieriger, Vorurteile zu zertrümmern als Atome.
(Einstein)
Wilhelm Busch Gedicht lernen
"Elisabeth Marquardt" schrieb:
> Darum wollte ich Euch bitten, es mir zu erklären, damit ich es
> meinem Sohn erklären kann. Es ist von Wilhelm Busch und geht
> folgendermaßen:
Oooch - is doch gar net so schwer - ich versuchs mal ;-)
> Hätt einer auch fast noch mehr Verstand
> Als die drei Weisen aus Morgenland
> Und ließ sich dünken und wäre wohl nie
> Dem Sternlein nachgereist wie sie;
Mit diesen Zeilen soll einfach nur gesagt werden, dass ein Mensch, wenn er
auch noch gelehrter, klüger, gebildeter... wär als eben die 3 Weisen,
der
nie dem einer Himmelserscheinung wie dem Stern von Bethlehem gefolgt wäre,
aus welchem Grund auch immer....
> Dennoch, wenn uns das Weihnachtsfest
> Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
....dass dieser Überlegene und Überlegende sich doch von dem Schein
des
Weihnachtsfestes - ob es jetzt die Kerzen am Christbaum, die
Weihnachtsbeleuchtungen oder aber das Strahlen in Kinderaugen, die Freude
auf den Gesichtern derer, die beschenkt wurden - oder auch nur dieses
unbestimmte, diffuse Gefühl der allgemeinen Amnestie, des Vergebens und
des
inneren Friedens rundum...
> Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
> Er mag es merken oder nicht,
> Ein freundlicher Strahl
> Vom Wunderstern von dazumal.
....eben niemanden wirklich kalt lässt - man kennt das vielleicht vom
beruflichen Umfeld - es gibt kaum einen Chef, sei er auch im täglichen
Leben
noch so rücksichtslos, dem nicht doch irgendwie Weihnachten auch nahe
geht....
>
> Also bitte, wer ist nun schlauer als die drei Weisen? Der Stern? Oder
> wer? Was will der Herr Busch uns damit sagen?
Klingt doch gar nimmer so fern, oder? *g* Vielleicht hilft das Deinem
Sohnemann auch weiter - wenn er schon 9 ist, hat er doch sicher auch schon
Erfahrungen machen können mit Lehrern, die im Alltag nicht grad die
beliebtesten sind - auch vor denen macht das "Strahlen des
Weihnachtssterns"
nicht so wirklich 100%ig und ganz und gar halt.... ;-)
> Ich danke im Voraus für Eure - hoffentlich geistvollen - Antworten,
> Grüße
> Elisabeth
lg
Pez
--
http://www.schmankerln.vx.to/
http://www.mampf.at.tt/
Wilhelm Busch Gedicht lernen
Vielen Dank für Eure netten Antworten, die mir tatsächlich
weitergeholfen haben.
Warum hat der Wilhelm das nicht gleich so gesagt? Dann müsste mein
Sohn jetzt nix auswendig lernen und ich hätte mich nicht blamiert beim
Versuch, ihm das zu erklären.
Viele Grüße
Elisabeth
die trotzdem findet, dass solche Gedichte heute nicht mehr zeitgemäß
sind und deswegen aus dem Lehrplan genommern werden sollen :-))
Wilhelm Busch Gedicht lernen
> Viele Grüße
> Elisabeth
> die trotzdem findet, dass solche Gedichte heute nicht mehr
zeitgemäß
> sind und deswegen aus dem Lehrplan genommern werden sollen :-))
Hallo Elisabeth,
Schiller, Goethe, Lessing: nicht mehr zeitgemäß die ollen Kammellen?
Ich finde, dass es durchaus begrüßenswert ist, dass Kinder auch
heute noch
mit den reichen Möglichkeiten unserer Sprache bekannt gemacht werden, auch
wenn diesen Reichtum offensichtlich vergangene Köpfe besser beherrschten
als die Denglisch-Generation und diese Köpfe dadurch in der Lage waren
auch
mit Worten in einer Art Kunstfertigkeit zu beweisen, wie es heute kaum noch
einer kann. Busch gehört für mich auch dazu, auch wenn er
natürlich nochmal
etwas anderes schreibt als die oben genannten.
Ich finde allerhöchstens, dass das zitierte Gedicht für ein
neunjähriges
Kind erstaunlich anspruchsvoll ist. Und ich habe Wilhelm-Busch-Gedichte als
rhythmisch logischer in Erinnerung, was ich persönlich als einen
besonderen
Schwierigkeitsfaktor empfinde zum Auswendig-Lernen (sollte der Rhythmus
wirklich so auf Busch zurückgehen, und nicht den einen oder anderen
Abschreibefehler haben)
Gruß Claudius
Wilhelm Busch Gedicht lernen
> als die Denglisch-Generation und diese Köpfe dadurch in der Lage waren
auch
> mit Worten in einer Art Kunstfertigkeit zu beweisen, wie es heute kaum
noch
> einer kann.
In solchen Diskussionen klingt es immer so, als ob Deutsch mal irgendwann
eine reine Sprache war, die im Laufe der Zeit an Substanz verliert. Ich
denke, jede Sprache ist wie alles auf der Welt im Wandel. Auch aus Sicht der
damaligen Dichter und Denker wird es eine ursprüngliche Sprache und eine
aktuelle Sprache gegeben haben.
Schon die Tatsache dass Innovationen und Erfindungen weltweit verbreitet
werden bedingt, dass Ihre Bezeichnungen oftmals in diverse Sprachen
übernommen werden und sich somit Sprachen vermischen.
Ich denke, die Kunstfertigkeit besteht darin sich seiner Zeit gemäß
präzise
und verständlich auszudrücken.
--
Ciao
Heiko
http://www.linkshaender.de